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DVT in der Zahnarztpraxis: Wann ist es wirklich indiziert?

21.03.2026 1 Min Lesezeit

Digitale Volumentomographie: Was es ist und was es kann

Das DVT (auch CBCT, Cone Beam Computed Tomography) erzeugt dreidimensionale Datensätze des Kiefer-Gesichtsbereichs mit deutlich geringerer Strahlenbelastung als ein konventionelles CT. Auflösung: bis zu 0,08 mm Voxelgröße — ausreichend für die meisten zahnärztlichen Fragestellungen. Was es einzigartig macht: räumliche Darstellung von Knochenstrukturen, Kanälen, Zysten und Wurzeln ohne Überlagerungen.

Grundsatz: Strahlenschutz geht vor

Das strahlenschutzrechtliche Prinzip der Rechtfertigung gilt auch für DVT: jede Röntgenaufnahme muss durch einen klinischen Nutzen gerechtfertigt sein der das Strahlenrisiko überwiegt. DVT erzeugt mehr Strahlung als eine EZF (ca. 5–10×) aber deutlich weniger als ein konventionelles CT. Trotzdem: kein Routine-Screening, keine prophylaktische Aufnahme ohne konkrete klinische Fragestellung. Die Indikation muss dokumentiert werden.

Klare Indikationen

Implantatplanung wenn OPG nicht ausreicht: Kanallage unklar (N. alveolaris inferior), Sinusbodennähe unter 5 mm, komplexe Anatomie, Augmentationsplanung. Sinuslift-Planung: obligat. Knochenaugmentation: DVT für dreidimensionale Defektbeurteilung. Komplexe Kanalanatomie bei WK: C-förmige Kanäle, Kalkobstruktion, Anatomievarianten die im 2D nicht erkennbar sind. Zahnverlagerungen und Impaktierungen für KFO-Diagnostik. Dentoalveoläre Traumatologie mit Frakturverdacht. Periapikale Pathologien die im EZF nicht eindeutig beurteilbar sind.

Wann OPG und EZF ausreichen

Routinemäßige implantologische Planung bei ausreichendem Knochenangebot im OPG, unkomplizierte endodontische Erstbehandlung, Kariesdiagnostik (hier sind Bite-Wing-Aufnahmen Standard), Parodontalstatus, Überwachung orthopädischer Zustände ohne akute Fragestellung. Für diese Indikationen ist das DVT medizinisch nicht erforderlich — auch wenn es technisch mehr Information liefert.

Rechtliche und dokumentarische Pflichten

Die Indikation für jede Röntgenaufnahme muss dokumentiert sein. Bei DVT: warum reicht kein OPG? Welche klinische Frage soll beantwortet werden? Der DVT-Befund muss schriftlich vorliegen. Bei Überweisungsaufnahmen: Befundbericht an überweisenden Zahnarzt. Ohne Dokumentation: rechtliche Angriffsfläche.

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