Reanimation
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Die Leitlinien wurden im Oktober 2025 aktualisiert — mit einer Änderung, die genau die Situation in der Zahnarztpraxis betrifft.
„Er atmet komisch“
Diese Atmung ist kein Lebenszeichen. Sie ist eines der häufigsten Missverständnisse überhaupt — und der Grund, warum Wiederbelebungen zu spät beginnen.
Die drei Schritte
| Schritt | Inhalt |
|---|---|
| 1 · Reaktion prüfen | Ansprechen und an den Schultern rütteln |
| 2 · Notruf | Sofort, wenn keine Reaktion kommt — nicht erst nach der Atemkontrolle |
| 3 · Atmung beurteilen | Nicht normal oder fehlend heißt: sofort beginnen |
Die aktualisierten Leitlinien betonen die frühe Alarmierung ausdrücklich — und binden die Leitstelle früher ein als bisher. Sie kann telefonisch durch die Wiederbelebung führen, und deshalb wird das Telefon auf Lautsprecher gestellt und nicht aufgelegt.
Wer sie als Lebenszeichen wertet, wartet ab — und in dieser Zeit passiert nichts. Die aktualisierten Leitlinien heben deshalb ausdrücklich hervor, dass Schnappatmung nicht als Lebenszeichen fehlgedeutet werden darf.
Die praktische Regel: Keine Reaktion plus keine normale Atmung genügt. Nach dem Puls wird nicht lange gesucht — auch geübte Helfer liegen dabei häufig falsch, und die Zeit fehlt anschließend.
Was sich für die Zahnarztpraxis geändert hat
Die frühere Empfehlung lautete, den Patienten zur Wiederbelebung auf den Boden zu legen — eine feste Unterlage macht die Kompressionen wirksamer. Die aktualisierten Leitlinien raten davon ab, den Patienten dafür umzulagern.
| Alt | Aktualisiert |
|---|---|
| Patienten auf den Boden legen | Nicht umlagern — dort beginnen, wo er liegt |
| Auf weicher Unterlage entsprechend tiefer drücken |
Für die Zahnarztpraxis ist das unmittelbar relevant. Der Behandlungsstuhl ist gepolstert, und ihn zu verlassen kostet Zeit, Personal und birgt Verletzungsgefahr für alle Beteiligten. Die Konsequenz: Stuhl flach stellen, dort beginnen — und den Polstereffekt durch tieferes Drücken ausgleichen.
Beatmung: Wer darin geschult ist, wechselt zwischen 30 Kompressionen und 2 Beatmungen. Beatmet wird nur mit so viel Luft, dass sich der Brustkorb hebt — eine übermäßige Beatmung ist schädlich. Gelingen zwei Beatmungsversuche nicht, ist an eine Fremdkörperverlegung zu denken.
Wer nicht in Beatmung geschult ist, führt ausschließlich ununterbrochene Herzdruckmassage durch. Das ist ausdrücklich vorgesehen und besser als eine unterbrochene Wiederbelebung.
Was das Team macht
| Rolle | Aufgabe |
|---|---|
| Person 1 | Kompressionen, ohne Unterbrechung |
| Person 2 | Notruf auf Lautsprecher, Defibrillator holen, anschließend Wechsel |
| Person 3 | Tür öffnen, Rettungsdienst einweisen, Weg freimachen |
Der Wechsel etwa alle zwei Minuten ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Teil des Vorgehens: Die Kompressionstiefe lässt bei Erschöpfung messbar nach, lange bevor man es selbst merkt. Der Wechsel erfolgt zügig, mit minimaler Unterbrechung.
Wenn der Rettungsdienst übernimmt, wenn der Patient sichere Lebenszeichen zeigt — er bewegt sich, öffnet die Augen, atmet normal — oder wenn die eigene Erschöpfung eine wirksame Fortführung unmöglich macht. Ein Puls, der zwischendurch gesucht und nicht gefunden wird, ist kein Grund aufzuhören.
Drei Fragen
Ein Patient reagiert nicht mehr und zeigt eine schnappende Atmung. Welche Aussage trifft nicht zu?
Was gilt nach den aktualisierten Leitlinien für die Unterlage?
Was gilt für Helfende, die nicht in Beatmung geschult sind?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- European Resuscitation Council Guidelines 2025 — Adult Basic Life Support, Resuscitation 2025; 215: 110771, veröffentlicht im Oktober 2025, deutsche Übersetzung durch den Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC).Deckt ab: Erkennen des Kreislaufstillstands, Alarmierung, Herzdruckmassage, Beatmung, Einsatz des Defibrillators sowie die Empfehlungen zur Unterlage und zur telefonassistierten Reanimation
- European Resuscitation Council Guidelines 2025 — Adult Advanced Life Support, Resuscitation 2025; 215: 110769, sowie die Kurzfassung der ERC-Leitlinien 2025 in deutscher Übersetzung.Deckt ab: erweiterte Maßnahmen und die Einordnung der Basismaßnahmen in den Gesamtablauf
- Mathers FG: Notfallmedizin in der zahnärztlichen Praxis – Praxisbuch mit Checklisten, Algorithmen, Rechtsgrundlagen. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Zahnärzteverlag, Köln. ISBN 978-3-7691-3771-2 — Ausstattung, Organisation und Vorgehen.Deckt ab: Vorgehen und Teamorganisation in der zahnärztlichen Praxis
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