Der Notfallplan der Praxis
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Im Notfall entscheidet nicht, wer am meisten weiß, sondern wer weiß, was er als Nächstes tut. Genau das leistet ein Plan — wenn er drei Bedingungen erfüllt.
„Was muss in den Plan?“
Weniger, als die meisten annehmen. Ein Plan, der zu ausführlich ist, wird im Ernstfall nicht gelesen.
Warum feste Rollen mehr wert sind als Wissen
In einer Notfallsituation ist die Aufmerksamkeit auf den Patienten gerichtet. Wer in diesem Moment noch entscheiden muss, wer den Notruf absetzt und wer den Koffer holt, verliert Zeit — und häufig passiert dann beides doppelt oder gar nicht.
Vorher festgelegte Rollen lösen das. Sie werden namentlich zugeordnet, mit einer Vertretungsregelung für den Fall, dass jemand nicht da ist.
| Bestandteil | Inhalt |
|---|---|
| Rollenverteilung | Wer bleibt beim Patienten, wer ruft an, wer holt Koffer und Gerät, wer weist ein |
| Notrufkarte | Was gesagt wird — laminiert, am Telefon |
| Praxisadresse vollständig | Mit Stockwerk, Zugang und dem, was der Rettungsdienst braucht |
| Standorte | Wo Notfallkoffer, Sauerstoff und Defibrillator liegen |
Deshalb der wichtigste Punkt auf der Karte: nicht auflegen. Die Leitstelle beendet das Gespräch. Bei einem Kreislaufstillstand kann sie über das Telefon durch die Wiederbelebung führen — und die aktuellen Reanimationsleitlinien binden sie dafür früher ein als bisher.
Warum der Plan geübt gehört
Ein ausgehängter Plan, den niemand je durchgespielt hat, wirkt im Ernstfall nicht. Was fehlt, ist nicht die Information — sie steht ja da —, sondern die Erfahrung, sie unter Druck abzurufen.
| Was geübt wird | Warum |
|---|---|
| Rollen durchspielen | Jeder weiß, wo er hingeht |
| Notruf simulieren | Die Adresse laut aussprechen, mit Stockwerk |
| Koffer und Gerät holen | Der Weg wird körperlich bekannt |
| Gerät tatsächlich bedienen | Sauerstoff aufdrehen, Defibrillator einschalten |
| Neue Mitarbeitende sofort einweisen | Nicht bei der nächsten Jahresschulung |
Neue Mitarbeitende. Sie werden in Abläufe, Software und Instrumente eingewiesen — der Notfallplan kommt oft erst bei der nächsten Teamschulung dran, und die kann Monate entfernt sein. Bis dahin fehlt eine Person im Plan, die im Ernstfall da sein wird.
Drei Fragen
Eine Praxisinhaberin erarbeitet einen Notfallplan. Welche Aussage trifft nicht zu?
Was gilt für den Notruf?
Warum genügt ein ausgehängter Plan nicht?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Mathers FG: Notfallmedizin in der zahnärztlichen Praxis – Praxisbuch mit Checklisten, Algorithmen, Rechtsgrundlagen. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Zahnärzteverlag, Köln. ISBN 978-3-7691-3771-2 — Ausstattung, Organisation und Schulung.Deckt ab: Organisation des Notfallmanagements in der Praxis, Rollenverteilung und Alarmierung
- (Muster-)Berufsordnung der Zahnärztekammern — Pflicht zur Hilfeleistung in Notfällen und zur Fortbildung, sowie die Berufsordnungen der Landeszahnärztekammern.Deckt ab: berufsrechtliche Pflicht zur Hilfeleistung in Notfällen
- European Resuscitation Council Guidelines 2025, veröffentlicht im Oktober 2025 in Resuscitation, deutsche Übersetzung durch den Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) — einschließlich der Kapitel zu Basismaßnahmen und zum Einsatz automatisierter externer Defibrillatoren.Deckt ab: Rettungskette und die Bedeutung der frühen Alarmierung
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