Aspirierte Implantatkomponente
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Kleine Teile, glatte Oberflächen, ein feuchtes Umfeld — implantologische Komponenten sind die Objekte, die am leichtesten verschwinden. Und der ganze Notfall ist vermeidbar.
„Ich glaube, das war das Teil“
Wahrscheinlich verschluckt. Das ändert nichts daran, dass die Lokalisation geklärt wird — und dass dieser Vorfall vermeidbar gewesen wäre.
Welche Komponenten betroffen sind
| Komponente | Wann sie verloren geht |
|---|---|
| Abformpfosten | Beim Lösen oder Aufsetzen |
| Gingivaformer | Beim Wechsel |
| Abutmentschraube | Beim Ansetzen des Schraubendrehers |
| Deckschraube | Bei der Freilegung |
| Laboranalog | Beim Umsetzen |
Der gemeinsame Nenner: Alle diese Teile sind klein genug, um in den Rachen zu gelangen, und glatt genug, um aus dem Instrument zu rutschen. Dazu kommt, dass sie in einer Position gehandhabt werden, bei der der Patient häufig zurückgelehnt ist.
Das ist ein praktischer Vorteil gegenüber anderen verschluckten Objekten: Die Lokalisation gelingt zuverlässig, und die Verlaufskontrolle ebenfalls. Bei einem Kunststofffragment oder einem Zahn ist das schwieriger.
Was der Patient danach beobachtet
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Stuhlgang beobachten | Bis das Teil erscheint |
| Warnzeichen | Bauchschmerzen, Erbrechen, Blut im Stuhl, Fieber |
| Zeitrahmen | Erscheint es nicht in einigen Tagen, gehört das abgeklärt |
| Keine Abführmittel | Ohne ärztliche Anordnung |
Bei einer glatten, runden Komponente ist die spontane Ausscheidung der Regelfall. Chirurgisch wird nur eingegriffen, wenn Warnzeichen auftreten oder die Passage ausbleibt.
Drei Maßnahmen, alle einfach und alle wirksam:
Rachenschutz — Kofferdam oder eine Kompresse hinter dem Arbeitsgebiet.
Fadensicherung — kleine Komponenten werden mit Zahnseide gesichert, bevor sie in den Mund kommen.
Aufrechte Position — bei riskanten Momenten den Patienten nicht flach zurücklehnen.
Der erste Punkt ist der wirksamste und wird bei implantologischen Arbeiten am häufigsten weggelassen, weil er umständlich erscheint.
Drei Fragen
Ein Abformpfosten ist verschwunden, die Patientin hat kurz gehustet und atmet normal. Welche Aussage trifft nicht zu?
Welche Maßnahmen verhindern den Vorfall?
Was gilt für die Zeit nach dem Verschlucken?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Hou R, Zhou H, Hu K et al.: Thorough documentation of the accidental aspiration and ingestion of foreign objects during dental procedure is necessary – review and analysis of 617 cases. Head & Face Medicine 2016; 12: 23 — Häufigkeit, Verteilung auf Atem- und Speiseweg, Symptomatik und Vorgehen. DOIDeckt ab: Häufigkeit und Vorgehen bei verlorenen Komponenten während implantologischer Eingriffe
- Hou R, Zhou H, Hu K et al.: Thorough documentation of the accidental aspiration and ingestion of foreign objects during dental procedure is necessary – review and analysis of 617 cases. Head & Face Medicine 2016; 12: 23 — Schutzmaßnahmen gegen das Verschlucken und Aspirieren von Kleinteilen. DOIDeckt ab: Schutzwirkung von Kofferdam und weiteren Sicherungsmaßnahmen
- Birk M, Bauerfeind P, Deprez PH et al.: Removal of foreign bodies in the upper gastrointestinal tract in adults – European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) Clinical Guideline. Endoscopy 2016; 48(5): 489–496 — Dringlichkeitsstufen der endoskopischen Entfernung nach Art und Lage des Fremdkörpers. DOIDeckt ab: Beurteilung verschluckter Fremdkörper nach Größe und Form sowie die Verlaufskontrolle
- Strahlenschutzgesetz § 83 und Strahlenschutzverordnung § 119 — rechtfertigende Indikation vor jeder Anwendung ionisierender Strahlung, mit besonderer Beachtung bei Kindern und Jugendlichen.Deckt ab: rechtfertigende Indikation für die bildgebende Abklärung
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