Parodontitis ist eine bakteriell induzierte chronische Entzündungserkrankung. Die parodontalpathogenen Keime aktivieren die körpereigene Immunreaktion — und diese Reaktion ist es, die den Knochen abbaut. Osteoklasten werden durch Entzündungsmediatoren aktiviert, resorbieren den Alveolarknochen und führen zu irreversiblem Attachmentverlust. Der Körper versucht die Bakterien zu bekämpfen und zerstört dabei das eigene Gewebe.
Die klare Antwort: Verlorener Knochen kommt grundsätzlich nicht zurück — jedenfalls nicht spontan. Das Ziel der Parodontitistherapie ist Stabilisierung, nicht Restitutio ad integrum. Aber: Stoppen der Progression ist möglich und klinisch bedeutsam. Ein Zahn mit reduziertem aber gesundem Parodont kann jahrzehntelang erhalten werden.
Die nicht-chirurgische Parodontitistherapie ist wirksamer als viele Patienten vermuten. Metaanalysen zeigen durchschnittliche Taschenreduktionen von 1–2 mm, BOP-Reduktion von 40–60%, und Attachmentgewinn von 0,5–1 mm in Anfangstaschen. Bei tiefen Taschen (über 6 mm) sind die Verbesserungen größer. SRP stoppt die Progression in einem hohen Prozentsatz der Fälle wenn konsequent durchgeführt und mit UPT kombiniert.
In bestimmten Defektkonfigurationen (vertikale Knochentaschen, 2- oder 3-wandige Defekte, Furkationsbeteiligung Grad II) ist eine Knochenregeneration durch chirurgische Eingriffe möglich. GTR (Guided Tissue Regeneration) mit resorbierbaren Membranen und/oder Schmelzmatrixproteinen (Emdogain) zeigen in solchen Defekten radiologisch und klinisch messbaren Knochengewinn.
Voraussetzung ist immer: konsequente nicht-chirurgische Vorbehandlung, Rauchfreiheit (oder zumindest drastische Reduktion), gute Mundhygiene, und geeignete Defektmorphologie. Regeneration ist nicht bei jedem Patienten und nicht bei jedem Defekt möglich — aber da wo sie gelingt, ist sie eindrucksvoll.
Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Ohne lebenslange unterstützende Parodontaltherapie (UPT) in 3- bis 6-monatigen Abständen kommt es bei über 50% der Patienten zur Reprogression innerhalb von 5 Jahren. UPT ist keine Option — sie ist integraler Teil der Therapie. Ein Patient der nach erfolgreicher PAR-Therapie nicht in die UPT kommt, wird die erzielten Ergebnisse verlieren.