Auswertung vor der Implantation
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Vier Messgrößen bestimmen die Planung — und bei einer fünften ist Vorsicht geboten, weil das Verfahren sie nicht liefert, was es zu liefern scheint.
„Was messe ich eigentlich?“
Vier Größen — und die Reihenfolge ist nicht beliebig, weil jede die nächste einschränkt.
Die vier Messgrößen
| Größe | Wofür |
|---|---|
| Verfügbare Höhe bis zur kritischen Struktur | Bestimmt die maximale Implantatlänge |
| Knochenbreite bukkolingual | Bestimmt den Durchmesser und den Augmentationsbedarf |
| Verlauf und Lage der kritischen Struktur | Kanal im Unterkiefer, Sinusboden im Oberkiefer |
| Kortikale Verhältnisse | Ein Anhaltspunkt für die Primärstabilität |
Der Grund: Messungenauigkeiten in der Bildgebung, die Genauigkeit der Übertragung in den Mund und die individuelle Anatomie kommen zusammen. Wer bis auf den Millimeter plant und dann freihändig inseriert, hat die Toleranz aufgebraucht, bevor er anfängt.
Bei knappen Verhältnissen ist deshalb nicht der kleinere Abstand die Lösung, sondern das kürzere Implantat, die veränderte Position oder die Augmentation. Die Planungsentscheidungen stehen in der Implantologie.
Warum die Knochenqualität nicht ablesbar ist
Die Auswertungssoftware zeigt Grauwerte, und es liegt nahe, daraus auf die Knochendichte zu schließen. Das ist nicht zulässig.
Anders als in der Computertomographie sind die Grauwerte in der dentalen digitalen Volumentomographie nicht standardisiert. Sie hängen vom Gerät ab, vom gewählten Volumen und sogar von der Position der gemessenen Stelle innerhalb des Volumens. Ein Wert an einer Stelle ist mit einem Wert an einer anderen nicht vergleichbar — und schon gar nicht mit Werten aus einem anderen Gerät.
| Zulässig | Nicht zulässig |
|---|---|
| Beurteilung der Kortikalisdicke | Ableitung einer Dichteklasse aus Grauwerten |
| Beurteilung der Spongiosastruktur im Bild | Vergleich von Messwerten zwischen Geräten |
| Anhaltspunkte für die Erwartung | Eine quantitative Aussage zur Knochenqualität |
Vor allem die Aufhärtung an metallischen Strukturen: Kronen, Wurzelstifte und vorhandene Implantate erzeugen streifige Störungen und dunkle Zonen in ihrer Umgebung.
Praktisch heißt das: Eine dunkle Zone unmittelbar neben einem Implantat oder einer metallischen Restauration ist zunächst artefaktverdächtig, kein Befund. Die Beurteilung in dieser Region ist eingeschränkt — und diese Einschränkung gehört in den Befund, statt weggelassen zu werden.
Drei Fragen
Eine dreidimensionale Aufnahme soll für die Implantatplanung ausgewertet werden. Welche Aussage trifft nicht zu?
Was gilt für die Sicherheitsabstände?
Was ist bei einer dunklen Zone neben einem vorhandenen Implantat zu bedenken?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- S3-Leitlinie „Indikationen zur implantologischen 3D-Röntgendiagnostik und navigationsgestützten Implantologie“, AWMF-Registernummer 083-011, federführend DGI und DGZMK.Deckt ab: Indikationsstellung und Auswertung der dreidimensionalen Bildgebung in der implantologischen Planung
- Pauwels R, Nackaerts O, Bellaiche N et al.: Variability of dental cone beam CT grey values for density estimations. British Journal of Radiology 2013; 86(1021): 20120135 — fehlende Standardisierung gegenüber computertomographischen Dichtewerten und die daraus folgenden Einschränkungen für die Knochenqualitätsbeurteilung. DOIDeckt ab: fehlende Standardisierung der Grauwerte und die Einschränkungen für die Beurteilung der Knochenqualität
- S2k-Leitlinie „Dentale digitale Volumentomographie“, AWMF-Register-Nr. 083-005, federführend DGZMK und DGMKG — Indikationsstellung, rechtfertigende Indikation und Grenzen des Verfahrens.Deckt ab: Grenzen des Verfahrens und Artefaktproblematik
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