Luxation und Subluxation
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Vier Verletzungsformen mit unterschiedlicher Schienungsdauer — und einer Eigenschaft der Schiene, die gegenintuitiv ist.
„Kann man den wieder geradebiegen?“
Ja, und zwar jetzt. Eine seitliche Verlagerung bedeutet, dass der Zahn im Knochen verklemmt ist — je länger das besteht, desto schwieriger wird die Reposition.
Die vier Formen
| Form | Befund | Schienungsdauer |
|---|---|---|
| Konkussion | Perkussionsempfindlich, nicht gelockert, nicht verlagert | Keine |
| Subluxation | Gelockert, nicht verlagert | Kurz, wenn überhaupt |
| Extrusion | Aus der Alveole herausgetreten | Kurz |
| Seitliche Luxation | Seitlich verschoben, im Knochen verklemmt | Länger — wegen der Knochenbeteiligung |
Die Schienungsdauer richtet sich nach der Knochenbeteiligung. Wo nur der Halteapparat betroffen ist, heilt es schneller — wo die Knochenwand mit verletzt wurde, braucht es länger. Die konkreten Zeiträume stehen in den Traumaleitlinien und werden dort regelmäßig aktualisiert.
Die Fasern zwischen Zahn und Knochen heilen besser, wenn eine geringe physiologische Beweglichkeit erhalten bleibt. Eine starre Schiene unterbindet sie — und begünstigt eine Verwachsung von Zahn und Knochen, die dauerhaft ist und den Zahn langfristig gefährdet.
Praktisch heißt das: dünner Draht, auf beiden Seiten an den Nachbarzähnen befestigt, mit Komposit — nicht starr verblockt, und nicht länger als nötig.
Wann endodontisch behandelt wird
Nicht routinemäßig. Ob die Pulpa überlebt, hängt vom Ausmaß der Verletzung und vom Stand des Wurzelwachstums ab — und ein Zahn mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum hat gute Aussichten auf eine Erholung.
| Situation | Vorgehen |
|---|---|
| Geringe Verletzung, abgeschlossenes Wurzelwachstum | Beobachten, Vitalität kontrollieren |
| Ausgeprägte Verlagerung, abgeschlossenes Wurzelwachstum | Endodontische Behandlung wahrscheinlich |
| Nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum | Zurückhaltend — Erholung ist möglich |
| Zeichen einer Nekrose im Verlauf | Dann behandeln |
Ein frisch traumatisierter Zahn reagiert häufig nicht — auch wenn die Pulpa lebt. Die Reizweiterleitung ist vorübergehend gestört, und die Erholung kann Wochen bis Monate dauern.
Eine negative Reaktion unmittelbar nach dem Unfall ist deshalb kein Grund für eine sofortige endodontische Behandlung. Was zählt, ist der Verlauf über die Kontrollen — und der Ausgangsbefund, gegen den man ihn vergleicht.
Drei Fragen
Ein Zahn ist nach palatinal verlagert und leicht gelockert. Welche Aussage trifft nicht zu?
Was gilt für die endodontische Behandlung nach Luxationsverletzung?
Wonach richtet sich die Schienungsdauer?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Bourguignon C, Cohenca N, Lauridsen E et al. International Association of Dental Traumatology guidelines for the management of traumatic dental injuries: 1. Fractures and luxations. Dental Traumatology 2020; 36: 314–330.Deckt ab: Einteilung der Luxationsverletzungen, Reposition, Schienungsdauer und Nachkontrollen
- S2k-Leitlinie „Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne“, AWMF-Register-Nr. 083-004, Stand 10/2022. Federführend DGZMK und DGMKG.Deckt ab: deutsche Empfehlungen zu Reposition und Schienung
- Duncan HF, Kirkevang LL, Peters OA et al. Treatment of pulpal and apical disease: the European Society of Endodontology (ESE) S3-level clinical practice guideline. International Endodontic Journal 2023.Deckt ab: Indikationsstellung zur endodontischen Behandlung nach Luxationsverletzung
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