Notfälle Grundlagen 6 Min

Notfalldokumentation

Schritt 1 ·

Was du danach erklären kannst

Nach einem Notfall ist das Team erschöpft und der Patient weg. Was jetzt aufgeschrieben wird, ist alles, was später noch existiert — und Zeitangaben sind dabei der wichtigste Teil.

1Warum Uhrzeiten das Entscheidende sindSie machen den Verlauf rekonstruierbar.
2Wie man während des Notfalls dokumentiertNotizen, nicht Prosa.
3Was in die Akte gehörtSechs Punkte.
4Was der Rettungsdienst mitbekommtUnd warum schriftlich.
6 MinutenGrundlagen3 Selbstcheck-Fragen3 Quellen

„Was muss ich jetzt dokumentieren?“

Nach einer AnaphylaxieDer Patient ist mit dem Rettungsdienst abgefahren, das Team ist erschöpft. „Was muss ich jetzt genau dokumentieren — und in welcher Form?“

Am besten sofort, solange die Zeitpunkte noch abrufbar sind. Genau die sind der Teil, der später fehlt.

Der springende PunktOhne Uhrzeiten ist der Verlauf nicht rekonstruierbar. „Adrenalin gegeben“ sagt wenig — „vier Minuten nach den ersten Symptomen“ sagt alles.

Wie man während des Notfalls dokumentiert

Gar nicht ausführlich. Wer im Notfall Prosa schreibt, fehlt am Patienten. Was funktioniert, sind Kurznotizen mit Uhrzeit — auf einem Blatt, das jemand mitführt, oder notfalls auf dem, was gerade da ist.

Eine Person, die den Überblick behält und mitschreibt, ist dafür die beste Lösung. In vielen Notfallplänen ist das eine eigene Rolle — sie kostet nichts und rettet die Zeitangaben.

Was in die Akte gehört Inhalt
Zeitpunkt des Ereignisses Wann die ersten Symptome auftraten
Symptome bei Beginn Was beobachtet wurde
Vitalwerte Soweit gemessen, mit Uhrzeit
Jede Maßnahme mit Uhrzeit Medikament, Dosis, Applikationsweg, Zeitpunkt
Reaktion des Patienten Wie sich der Zustand entwickelt hat
Übergabe Wann, an wen, mit welchen Angaben

Sie beantworten die Fragen, die später gestellt werden: Wie schnell wurde reagiert? Wie lange dauerte es bis zum Adrenalin? Wann kam der Rettungsdienst?

Für die weiterbehandelnde Klinik sind sie ebenfalls entscheidend — der Zeitpunkt der letzten Medikamentengabe bestimmt, wann die nächste möglich ist. Und für die Beurteilung der eigenen Abläufe sind sie die einzige objektive Grundlage.

Was der Rettungsdienst mitbekommt

Mündlich, was sofort gebraucht wird — und schriftlich, was sonst verloren geht. Die Übergabe findet unter Zeitdruck statt, und eine Liste mit Medikament, Dosis und Uhrzeit ist zuverlässiger als die Erinnerung von zwei aufgeregten Menschen.

Was übergeben wird Warum
Was passiert ist und wann Der Ausgangspunkt
Vorerkrankungen und Medikation Soweit bekannt
Auslöser Bei Anaphylaxie entscheidend — welches Präparat, wann gegeben
Alle Maßnahmen mit Uhrzeit Schriftlich mitgeben
Aktuelle Vitalwerte Der Zustand bei Übergabe
⚠️ Was nach der Übergabe noch kommt

Die Dokumentation wird zeitnah ergänzt, solange die Erinnerung frisch ist. Und ein Punkt, der oft vergessen wird: Bei einer Reaktion auf ein Medikament gehört der Verdacht in die Akte des Patienten — deutlich sichtbar, damit er bei der nächsten Behandlung auffällt. Das ist die Information, die eine Wiederholung verhindert.

Drei Fragen

Nach einer Anaphylaxie soll dokumentiert werden. Welche Aussage trifft nicht zu?

Die dritte. Wer im Notfall Prosa schreibt, fehlt am Patienten. Kurznotizen mit Uhrzeit, danach ergänzen.Offene FrageWas hilft dabei? Eine Person, die mitschreibt — in vielen Notfallplänen eine eigene Rolle. Sie kostet nichts und rettet die Zeitangaben.

Warum sind die Uhrzeiten so wichtig?

Drei. Die Symptombeschreibung gehört daneben — die Uhrzeit allein sagt nicht, was passiert ist.Offene FrageWelche Frage wird später gestellt? Wie schnell reagiert wurde. Ohne Zeitangaben lässt sie sich nicht beantworten — auch nicht zugunsten der Praxis.

Was gehört nach der Übergabe noch erledigt?

Die erste. Das ist die Information, die eine Wiederholung verhindert — und sie muss bei der nächsten Behandlung auffallen.Offene FrageUnd der Koffer? Er wird direkt nach dem Gebrauch aufgefüllt, nicht beim nächsten Turnus. Was verbraucht wurde, fehlt sonst beim nächsten Notfall.

Das, was hängenbleiben soll

Kurznotizen mit Uhrzeit — die Prosa kommt danach.

Quellen

  • Bürgerliches Gesetzbuch § 630f und § 630h — Dokumentationspflicht sowie die Beweislastregelung bei nicht dokumentierten wesentlichen Maßnahmen.Deckt ab: Inhalt und Zeitpunkt der Dokumentation sowie die Beweislastregelung bei fehlender Dokumentation
  • Mathers FG: Notfallmedizin in der zahnärztlichen Praxis – Praxisbuch mit Checklisten, Algorithmen, Rechtsgrundlagen. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Zahnärzteverlag, Köln. ISBN 978-3-7691-3771-2 — Ausstattung, Organisation und Schulung.Deckt ab: Dokumentation von Notfallereignissen und Übergabe an den Rettungsdienst
  • Fachinformation des jeweils vorgehaltenen Präparats zu Adrenalin — maßgebliche Angaben zu Indikation, Dosierung und Kontraindikationen.Deckt ab: Angaben zu den verabreichten Präparaten, die zu dokumentieren sind

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