Notfalldokumentation
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Nach einem Notfall ist das Team erschöpft und der Patient weg. Was jetzt aufgeschrieben wird, ist alles, was später noch existiert — und Zeitangaben sind dabei der wichtigste Teil.
„Was muss ich jetzt dokumentieren?“
Am besten sofort, solange die Zeitpunkte noch abrufbar sind. Genau die sind der Teil, der später fehlt.
Wie man während des Notfalls dokumentiert
Gar nicht ausführlich. Wer im Notfall Prosa schreibt, fehlt am Patienten. Was funktioniert, sind Kurznotizen mit Uhrzeit — auf einem Blatt, das jemand mitführt, oder notfalls auf dem, was gerade da ist.
Eine Person, die den Überblick behält und mitschreibt, ist dafür die beste Lösung. In vielen Notfallplänen ist das eine eigene Rolle — sie kostet nichts und rettet die Zeitangaben.
| Was in die Akte gehört | Inhalt |
|---|---|
| Zeitpunkt des Ereignisses | Wann die ersten Symptome auftraten |
| Symptome bei Beginn | Was beobachtet wurde |
| Vitalwerte | Soweit gemessen, mit Uhrzeit |
| Jede Maßnahme mit Uhrzeit | Medikament, Dosis, Applikationsweg, Zeitpunkt |
| Reaktion des Patienten | Wie sich der Zustand entwickelt hat |
| Übergabe | Wann, an wen, mit welchen Angaben |
Für die weiterbehandelnde Klinik sind sie ebenfalls entscheidend — der Zeitpunkt der letzten Medikamentengabe bestimmt, wann die nächste möglich ist. Und für die Beurteilung der eigenen Abläufe sind sie die einzige objektive Grundlage.
Was der Rettungsdienst mitbekommt
Mündlich, was sofort gebraucht wird — und schriftlich, was sonst verloren geht. Die Übergabe findet unter Zeitdruck statt, und eine Liste mit Medikament, Dosis und Uhrzeit ist zuverlässiger als die Erinnerung von zwei aufgeregten Menschen.
| Was übergeben wird | Warum |
|---|---|
| Was passiert ist und wann | Der Ausgangspunkt |
| Vorerkrankungen und Medikation | Soweit bekannt |
| Auslöser | Bei Anaphylaxie entscheidend — welches Präparat, wann gegeben |
| Alle Maßnahmen mit Uhrzeit | Schriftlich mitgeben |
| Aktuelle Vitalwerte | Der Zustand bei Übergabe |
Die Dokumentation wird zeitnah ergänzt, solange die Erinnerung frisch ist. Und ein Punkt, der oft vergessen wird: Bei einer Reaktion auf ein Medikament gehört der Verdacht in die Akte des Patienten — deutlich sichtbar, damit er bei der nächsten Behandlung auffällt. Das ist die Information, die eine Wiederholung verhindert.
Drei Fragen
Nach einer Anaphylaxie soll dokumentiert werden. Welche Aussage trifft nicht zu?
Warum sind die Uhrzeiten so wichtig?
Was gehört nach der Übergabe noch erledigt?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Bürgerliches Gesetzbuch § 630f und § 630h — Dokumentationspflicht sowie die Beweislastregelung bei nicht dokumentierten wesentlichen Maßnahmen.Deckt ab: Inhalt und Zeitpunkt der Dokumentation sowie die Beweislastregelung bei fehlender Dokumentation
- Mathers FG: Notfallmedizin in der zahnärztlichen Praxis – Praxisbuch mit Checklisten, Algorithmen, Rechtsgrundlagen. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Zahnärzteverlag, Köln. ISBN 978-3-7691-3771-2 — Ausstattung, Organisation und Schulung.Deckt ab: Dokumentation von Notfallereignissen und Übergabe an den Rettungsdienst
- Fachinformation des jeweils vorgehaltenen Präparats zu Adrenalin — maßgebliche Angaben zu Indikation, Dosierung und Kontraindikationen.Deckt ab: Angaben zu den verabreichten Präparaten, die zu dokumentieren sind
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