Teamschulung für den Notfall
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Eine Schulung, die aus einem Vortrag besteht, verändert im Ernstfall nichts. Was wirkt, ist das, was die Hände gelernt haben.
„Was ist Pflicht?“
Die Pflicht ist knapper formuliert, als viele erwarten. Was tatsächlich wirkt, geht darüber hinaus.
Was verpflichtend ist
| Grundlage | Was daraus folgt |
|---|---|
| Berufsrecht | Pflicht zur Hilfeleistung — und damit, dazu in der Lage zu sein |
| Fortbildungspflicht | Der eigene Kenntnisstand ist zu erhalten |
| Medizinprodukterecht | Einweisung in die eingesetzten Geräte |
| Empfehlungen der Fachgesellschaften | Konkretisieren Intervalle und Inhalte |
Eine gesetzlich festgelegte Frequenz für die Notfallschulung des gesamten Teams gibt es nicht. Die Empfehlungen der Fachgesellschaften nennen regelmäßige Auffrischungen — die konkrete Vorgabe der zuständigen Kammer gilt vorrangig und gehört dort erfragt.
Im Notfall wird abgerufen, was eingeübt ist — nicht, was gelesen wurde. Deshalb gehören in jede Schulung Handlungen, nicht nur Inhalte: die Sauerstoffflasche tatsächlich öffnen, den Defibrillator einschalten, an der Übungspuppe drücken.
Was in eine Schulung gehört
| Bestandteil | Inhalt |
|---|---|
| Basismaßnahmen | Wiederbelebung an der Puppe, praktisch für jeden |
| Geräte | Defibrillator und Sauerstoff, tatsächlich bedient |
| Notfallkoffer | Geöffnet, Inhalt durchgegangen, Übersicht gelesen |
| Rollen | Der Notfallplan wird durchgespielt, nicht vorgelesen |
| Szenario | Ein realistischer Fall, vom Erkennen bis zur Übergabe |
Das Szenario ist der Teil, der am meisten bringt und am häufigsten weggelassen wird. Es zeigt, wo die Abläufe hängen: Wer läuft wohin, wer redet mit wem, was fehlt.
Datum, Inhalte, Teilnehmende mit Unterschrift, Name der schulenden Person. Das ist bei einer Begehung vorzulegen — der praktische Wert liegt aber woanders: Die Liste zeigt, wer noch nicht dabei war. Bei wechselndem Personal ist das die Information, die man sonst verliert.
Drei Fragen
Eine Praxisinhaberin plant eine Notfallschulung. Welche Aussage trifft nicht zu?
Was gehört in eine wirksame Schulung?
Worin liegt der praktische Wert der Schulungsdokumentation?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- (Muster-)Berufsordnung der Zahnärztekammern — Pflicht zur Hilfeleistung in Notfällen und zur Fortbildung, sowie die Berufsordnungen der Landeszahnärztekammern.Deckt ab: Fortbildungspflicht und die Anforderung, in Notfallsituationen handlungsfähig zu sein
- Mathers FG: Notfallmedizin in der zahnärztlichen Praxis – Praxisbuch mit Checklisten, Algorithmen, Rechtsgrundlagen. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Zahnärzteverlag, Köln. ISBN 978-3-7691-3771-2 — Ausstattung, Organisation und Schulung.Deckt ab: Empfehlungen zu Inhalt und Intervall der Notfallschulung im Praxisteam
- European Resuscitation Council Guidelines 2025, veröffentlicht im Oktober 2025 in Resuscitation, deutsche Übersetzung durch den Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) — einschließlich der Kapitel zu Basismaßnahmen und zum Einsatz automatisierter externer Defibrillatoren.Deckt ab: Inhalte der Basismaßnahmen als Grundlage der Schulung
- Medizinprodukte-Betreiberverordnung — Anforderungen an Einweisung, Instandhaltung und Funktionsprüfung von Medizinprodukten, einschließlich Defibrillatoren und Sauerstoffgeräten.Deckt ab: Einweisungspflicht für die eingesetzten Geräte
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