Notfälle Grundlagen 6 Min

Der Defibrillator in der Praxis

Schritt 1 ·

Was du danach erklären kannst

Ein Gerät, das durch die Anwendung führt und trotzdem Unsicherheit auslöst. Was man wissen muss, sind vier Handgriffe — und die eine Regel, die alles andere überlagert.

1Warum das Gerät leichter ist als gedachtEs spricht mit einem.
2Wo die Elektroden hinkommenUnd was tun, wenn es dort nicht geht.
3Warum die Wiederbelebung weiterläuftDie häufigste Fehlbedienung.
4Was das Gerät brauchtPrüfung und Einweisung.
6 MinutenGrundlagen3 Selbstcheck-Fragen3 Quellen

„Was mache ich jetzt genau?“

Kreislaufstillstand in der PraxisDie Wiederbelebung läuft, eine Mitarbeiterin bringt den Defibrillator. Das Gerät wurde noch nie benutzt. „Hier ist der AED — was mache ich jetzt genau?“

Einschalten. Danach führt das Gerät durch alles Weitere — es ist genau dafür gebaut, von Ungeübten bedient zu werden.

Der springende PunktDas Gerät entscheidet selbst, ob ein Schock angezeigt ist. Man kann damit keinen Schaden anrichten — auch nicht, wenn man es anlegt und es sich als überflüssig herausstellt.

Die vier Handgriffe

Schritt Was zu tun ist
1 · Einschalten Klappe öffnen oder Knopf drücken — danach folgt man den Ansagen
2 · Elektroden aufkleben Auf die entblößte Brust, wie auf den Elektroden abgebildet
3 · Analyse abwarten Niemand berührt den Patienten
4 · Schock auslösen, wenn empfohlen Und sofort weiter mit der Wiederbelebung

Die Elektroden zeigen selbst, wohin sie gehören — auf jeder ist die Position abgebildet. Eine üblicherweise unterhalb des rechten Schlüsselbeins, die andere seitlich links unterhalb der Achsel.

Bei starker Behaarung: Die Elektroden haften nicht. In vielen Sets liegt ein Einwegrasierer bei — kurz rasieren, dann kleben.

Bei nasser oder verschwitzter Haut: kurz abtrocknen, sonst haften sie ebenfalls nicht.

Bei einem Herzschrittmacher — erkennbar an einer Erhebung unter der Haut: Die Elektrode nicht direkt darüber, sondern einige Zentimeter versetzt aufkleben.

Bei einem Wirkstoffpflaster an der Klebestelle: entfernen und die Haut abwischen.

Warum die Wiederbelebung weiterläuft

Die häufigste Fehlbedienung ist nicht ein falsch geklebtes Pad — sie ist die Pause. Nach dem Schock wird gewartet, ob der Patient reagiert. Das ist falsch: Unmittelbar nach dem Schock wird die Herzdruckmassage fortgesetzt, ohne auf eine Reaktion zu prüfen.

Der Grund ist, dass das Herz nach einem Schock Zeit braucht, um wieder auszuwerfen. Die Kompressionen überbrücken diese Zeit — eine Pause verschenkt sie.

Wann unterbrochen wird Wie lange
Für die Analyse So kurz wie möglich, auf Ansage
Für den Schock Nur für den Moment der Auslösung
Sonst Gar nicht
⚠️ Was das Gerät braucht

Regelmäßige Sichtkontrolle der Statusanzeige, Prüfung des Verfallsdatums der Elektroden und des Batteriezustands — nach Herstellervorgabe. Und die Einweisung des Personals, die für Medizinprodukte vorgeschrieben ist. Ein Gerät, das im Schrank steht und dessen Elektroden abgelaufen sind, hilft im Ernstfall nicht.

Drei Fragen

Während der Wiederbelebung wird ein Defibrillator gebracht. Welche Aussage trifft nicht zu?

Die dritte. Unmittelbar nach dem Schock wird die Herzdruckmassage fortgesetzt — das Herz braucht Zeit, um wieder auszuwerfen, und die Kompressionen überbrücken sie.Offene FrageWarum ist das die häufigste Fehlbedienung? Weil der Reflex, nachzuschauen, ob es gewirkt hat, sehr stark ist. Genau diese Pause verschenkt die Zeit.

Was tun, wenn die Elektroden nicht haften?

Drei. Klebeband stellt den elektrischen Kontakt nicht her, und ein Verzicht wäre die schlechteste aller Möglichkeiten.Offene FrageWas gilt beim Herzschrittmacher? Die Elektrode nicht direkt darüber aufkleben, sondern einige Zentimeter versetzt. Der Schrittmacher ist als Erhebung unter der Haut zu erkennen.

Kann man mit dem Gerät Schaden anrichten?

Die erste. Das Gerät ist dafür gebaut, von Ungeübten bedient zu werden — und die Analyse liegt bei ihm, nicht beim Anwender.Offene FrageWas folgt daraus praktisch? Im Zweifel anlegen. Die Unsicherheit, ob es der richtige Moment ist, kostet mehr als eine Anwendung, die sich als überflüssig erweist.

Das, was hängenbleiben soll

Einschalten und den Ansagen folgen — und nach dem Schock sofort weiterdrücken.

Quellen

  • European Resuscitation Council Guidelines 2025, veröffentlicht im Oktober 2025 in Resuscitation, deutsche Übersetzung durch den Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) — einschließlich der Kapitel zu Basismaßnahmen und zum Einsatz automatisierter externer Defibrillatoren.Deckt ab: Einsatz automatisierter externer Defibrillatoren, Elektrodenplatzierung und Einbindung in die Basismaßnahmen
  • Medizinprodukte-Betreiberverordnung — Anforderungen an Einweisung, Instandhaltung und Funktionsprüfung von Medizinprodukten, einschließlich Defibrillatoren und Sauerstoffgeräten.Deckt ab: Einweisung, Funktionsprüfung und Instandhaltung des Geräts
  • Mathers FG: Notfallmedizin in der zahnärztlichen Praxis – Praxisbuch mit Checklisten, Algorithmen, Rechtsgrundlagen. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Zahnärzteverlag, Köln. ISBN 978-3-7691-3771-2 — Ausstattung, Organisation und Schulung.Deckt ab: Empfehlung zur Vorhaltung eines Defibrillators in der zahnärztlichen Praxis

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