Teleskopkronen auf Implantaten
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Die aufwendigste Verankerungsform — und die einzige, bei der die Haltekraft nicht durch ein Verschleißteil entsteht. Das hat Folgen in beide Richtungen.
„Warum ist das so viel teurer?“
Es hält anders — und der Unterschied liegt in der Konstruktion, nicht in der Haltekraft an sich.
Wie die Haltekraft entsteht
Auf jedem Implantat sitzt eine Primärkrone, in der Prothese die passgenau gefertigte Sekundärkrone. Beim Aufsetzen gleiten die Flächen ineinander — die Haltekraft entsteht aus der Reibung zwischen ihnen.
| Teleskop | Einzelattachment | |
|---|---|---|
| Haltekraft durch | Flächenreibung | Elastisches Verschleißteil |
| Wartung der Retention | Kein Matrizenwechsel | Regelmäßiger Matrizenwechsel |
| Nachlassen der Retention | Langsam, über Jahre | Schneller, planbar |
| Korrektur bei Nachlassen | Aufwendig — Aktivierung oder Neuanfertigung | Einfach — Matrize tauschen |
| Herstellungsaufwand | Hoch | Gering |
| Reinigbarkeit | Gut — Primärkronen frei zugänglich | Gut |
Der Nachteil zeigt sich, wenn sie doch nachlässt: Es gibt kein Teil zum Tauschen. Je nach Konstruktion lässt sich die Sekundärkrone aktivieren — das ist eine Laborarbeit und begrenzt oft wiederholbar. Im ungünstigen Fall bleibt die Neuanfertigung.
Praktisch heißt das: seltener Wartung, dafür aufwendiger, wenn sie ansteht.
Wann sie die richtige Wahl ist
| Spricht für Teleskope | Spricht für eine einfachere Lösung |
|---|---|
| Wunsch nach stabiler Retention ohne häufige Wartung | Begrenztes Budget |
| Gute Handfunktion für das Ein- und Ausgliedern | Eingeschränkte Handfunktion |
| Ausreichender vertikaler Platz | Knappe Platzverhältnisse |
| Mehrere Implantate mit günstiger Verteilung | Zwei Implantate im Unterkiefer |
Die Handfunktion ist ein Kriterium, das leicht übersehen wird. Eine Teleskopprothese sitzt fest und muss zum Reinigen gelöst werden — das erfordert Kraft und Geschicklichkeit. Bei einem Patienten, dem das schwerfällt, ist die stabilere Retention kein Vorteil, sondern ein Hindernis.
Die Haltekraft entsteht aus der Passung. Eine ungenau gefertigte Teleskopkonstruktion hält entweder gar nicht oder klemmt — und beides lässt sich nachträglich nur begrenzt korrigieren. Das erklärt den Preisunterschied: Er liegt in der Präzision der Laborarbeit, nicht im Material.
Drei Fragen
Ein Patient fragt nach dem Preisunterschied zur Attachmentversorgung. Welche Aussage trifft nicht zu?
Welches Kriterium wird bei der Auswahl leicht übersehen?
Warum ist die Herstellungsgenauigkeit hier entscheidend?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- S3-Leitlinie „Implantatprothetische Versorgung des zahnlosen Oberkiefers“, AWMF-Register-Nr. 083-010, federführend DGI, DGPro und DGZMK — einschließlich des Vergleichs teleskop-, steg- und locatorverankerter Deckprothesen.Deckt ab: Bewertung teleskopverankerter Deckprothesen im Vergleich zu Steg- und Locatorverankerung
- Payne AGT, Alsabeeha NHM, Atieh MA, Esposito M, Ma S, Anas El-Wegoud M: Interventions for replacing missing teeth – attachment systems for implant overdentures in edentulous jaws. Cochrane Database of Systematic Reviews 2018; Issue 10: CD008001 — Vergleich der Attachmentsysteme nach prothetischem Erfolg, Nachsorgeaufwand und Patientenzufriedenheit. DOIDeckt ab: Retention und Nachsorgeaufwand der Teleskopverankerung
- Gebrauchsanweisung und prothetisches Handbuch des verwendeten Implantat- und Attachmentsystems Sie sind für Komponentenauswahl, Retentionsstärken, Anzugsdrehmomente und Wartungsintervalle die maßgebliche Quelle.Deckt ab: Komponentenauswahl und Vorgaben zur Verbindung
- Bürgerliches Gesetzbuch §§ 630c bis 630f — Informations-, Aufklärungs- und Dokumentationspflichten.Deckt ab: Aufklärung über Aufwand, Kosten und Nachsorge
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