Okklusion auf Implantaten
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Ein Implantat wird anders eingeschliffen als ein Zahn — und der Grund ist derselbe, der auch die Bruxismuslektion trägt. Wer ihn verstanden hat, kann die Regeln ableiten.
Beim Einschleifen
Das sieht korrekt aus und ist es nicht. Auf einem Implantat wird der Kontakt bewusst anders gestaltet.
Warum das Implantat nicht ausweicht
Der Zahn hat im Parodontalligament eine geringe physiologische Beweglichkeit. Unter Kaubelastung senkt er sich minimal ab. Das Implantat ist ankylotisch verankert — es gibt praktisch keine Auslenkung.
Die Folge: Wird bei leichtem Zusammenbeißen überall gleich stark eingeschliffen, trägt das Implantat unter kräftiger Belastung überproportional. Die Nachbarzähne weichen aus, das Implantat bleibt stehen und nimmt die Kraft auf.
| Gestaltung | Prinzip |
|---|---|
| Bei leichter Belastung | Der Kontakt am Implantat ist schwächer als an den Nachbarzähnen |
| Bei kräftiger Belastung | Die Kontakte gleichen sich an |
| Seitwärtsbewegungen | Führung möglichst über natürliche Zähne |
| Kaufläche | Eher schmal gestaltet, um die Hebelwirkung zu begrenzen |
Das ist der praktische Test für das Prinzip — und er dauert dreißig Sekunden länger als das übliche Einschleifen.
Warum die Kontrolle wiederholt wird
Die Verhältnisse bleiben nicht, wie sie am Eingliederungstag sind. Natürliche Zähne wandern, Abrasion verändert die Höhen, Restaurationen kommen dazu — das Implantat dagegen steht fest.
Über die Jahre kann das Implantat dadurch in Überbelastung geraten, ohne dass sich an der Krone selbst etwas geändert hat. Die Umgebung hat sich verändert.
| Anlass zur Kontrolle | Warum |
|---|---|
| Regelmäßiges Implantat-Recall | Der Standardanlass |
| Nach neuen Restaurationen im selben Kiefer | Die Verhältnisse sind neu |
| Bei Schraubenlockerung | Sie kann Folge einer Überbelastung sein |
| Bei Abplatzungen an der Verblendung | Ebenso |
Dort greift die Okklusionsgestaltung allein zu kurz — die nächtlichen Kräfte übersteigen das, was sich durch Kontaktgestaltung auffangen lässt. Die Okklusionsschiene ist dann fester Bestandteil, und die Einzelheiten stehen in der Lektion zu Bruxismus und Implantat.
Drei Fragen
Bei der Eingliederung einer Implantatkrone regio 36 wird die Okklusion kontrolliert. Welche Aussage trifft nicht zu?
Warum wird die Okklusion im Verlauf erneut kontrolliert?
Was gilt bei einem Patienten mit Bruxismus zusätzlich?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Koyano K, Esaki D: Occlusion on oral implants – current clinical guidelines. Journal of Oral Rehabilitation 2015; 42(2): 153–161 — okklusale Gestaltung und Vermeidung von Überlastung. DOIDeckt ab: okklusale Gestaltung implantatgetragener Restaurationen, Belastungsverteilung und Überlastungsschutz
- S3-Leitlinie „Diagnostik und Behandlung von Bruxismus“, AWMF-Registernummer 083-027, Stand Mai 2019, AWMF-Register-Nr. 083-027, federführend DGFDT und DGZMK.Deckt ab: Bruxismus als Belastungsfaktor und Stellenwert der Schienentherapie
- Berglundh T, Armitage G, Araujo MG et al. Peri-implant diseases and conditions: Consensus report of workgroup 4 of the 2017 World Workshop. Journal of Clinical Periodontology 2018; 45 (Suppl 20): S286–S291.Deckt ab: Einordnung des marginalen Knochenverlaufs und der Faktoren, die ihn beeinflussen
- Gebrauchsanweisung und prothetisches Handbuch des verwendeten Implantatsystems Sie sind für Komponentenauswahl, Anzugsdrehmomente und Belastungsvorgaben die maßgebliche Quelle.Deckt ab: systemabhängige Vorgaben zur Belastung
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