Wenn das Implantat nicht gepflegt wird
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Ein Patient ohne Beschwerden, ohne Problembewusstsein und mit einem Befund, der ihm nichts sagt. Wie das Gespräch geführt wird, entscheidet mehr als die Behandlung an diesem Tag.
„Ich hab keine Schmerzen“
Ja. Und die Frage zeigt, woran es liegt: Er verbindet Schmerz mit Krankheit — und dieser Befund tut nicht weh.
Warum Vorwürfe nichts bewirken
Ein Patient, der sich beschuldigt fühlt, verteidigt seine Position — und kommt im Zweifel gar nicht mehr. Damit ist auch die Möglichkeit weg, das Thema beim nächsten Mal erneut anzusprechen. Bei einem Befund, der über Jahre fortschreitet, ist die fortgesetzte Betreuung wertvoller als ein deutliches Wort an diesem Tag.
| Statt | Besser |
|---|---|
| „Sie putzen zu wenig“ | „Ich zeige Ihnen, was ich sehe“ |
| „Das wird Ihr Implantat kosten“ | „Wenn das so bleibt, hält das Implantat nicht dauerhaft“ |
| „Sie waren anderthalb Jahre nicht hier“ | „Lassen Sie uns einen kürzeren Rhythmus vereinbaren“ |
| „Das ist Ihre Verantwortung“ | „Zwei Minuten am Tag entscheiden darüber“ |
Und die zeitliche Perspektive: Nicht „das ist schlecht“, sondern was in den nächsten Jahren daraus wird, wenn es so bleibt. Bei einem Patienten, der Schmerz mit Krankheit gleichsetzt, ist das die Information, die fehlt — der Befund entwickelt sich, ohne dass er etwas merkt.
Was dokumentiert gehört
| Punkt | Warum |
|---|---|
| Erhobener Befund | Sondierungstiefen, Blutung, Plaquestatus — mit Datum |
| Durchgeführte Instruktion | Was gezeigt wurde, welche Hilfsmittel empfohlen |
| Aufklärung über die Folgen | Was konkret besprochen wurde |
| Vereinbartes Intervall | Und ob es eingehalten wurde |
| Nicht wahrgenommene Termine | Sachlich, ohne Bewertung |
Die Mitwirkung des Patienten ist Teil des Behandlungsverhältnisses. Was du leisten kannst, ist die Aufklärung, die Instruktion und die Behandlung — die tägliche Reinigung nicht. Ob das erfolgt ist, lässt sich später nur zeigen, wenn es festgehalten wurde.
Eine Absicherung gegen den Patienten. Die Dokumentation dient in erster Linie der Behandlung: Sie zeigt beim nächsten Termin, was besprochen wurde und ob sich etwas geändert hat. Dass sie im Streitfall auch die eigene Position stützt, ist ein Nebeneffekt — kein Grund, sie zu einer Beweissammlung zu machen.
Drei Fragen
Ein Patient mit ausgeprägter Plaque und Blutung sieht kein Problem. Welche Aussage trifft nicht zu?
Was macht den Befund für den Patienten greifbar?
Wozu dient die Dokumentation in erster Linie?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Herrera D, Berglundh T, Schwarz F et al. Prevention and treatment of peri-implant diseases — The EFP S3 level clinical practice guideline. Journal of Clinical Periodontology 2023; 50 (Suppl 26): 4–76 — einschließlich der unterstützenden periimplantären Nachsorge.Deckt ab: Bedeutung der häuslichen Reinigung und der regelmäßigen Nachsorge für das Erkrankungsrisiko
- Bürgerliches Gesetzbuch §§ 630a bis 630h — Behandlungsvertrag, Aufklärung, Mitwirkung des Patienten, Dokumentation und Beweislastregelungen.Deckt ab: Mitwirkung des Patienten, Aufklärung über die Folgen unzureichender Pflege und Dokumentation
- S3-Leitlinie „Die Behandlung periimplantärer Infektionen an Zahnimplantaten“, AWMF-Registernummer 083-023, Stand Dezember 2022, federführend DGI und DGZMK.Deckt ab: Risikofaktoren periimplantärer Infektionen
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