Bruxismus und Implantat
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Ein Risikofaktor, der nicht die Einheilung betrifft, sondern alles danach — und der eine anatomische Besonderheit des Implantats trifft.
„Das macht doch beim Implantat nichts“
Doch, und zwar nicht bei der Einheilung, sondern danach. Der Grund liegt in einer Struktur, die dem Implantat fehlt.
Warum das Implantat anders belastet wird
Der natürliche Zahn hängt im Parodontalligament. Es dämpft Kräfte, erlaubt eine geringe physiologische Beweglichkeit und trägt Rezeptoren, über die eine Überlastung wahrgenommen wird — was reflektorisch zur Entlastung führt.
Das Implantat ist ankylotisch mit dem Knochen verbunden. Es gibt keine Dämpfung, keine Ausweichbewegung und keine propriozeptive Rückmeldung in derselben Weise. Kräfte, die ein natürlicher Zahn abfedert, wirken hier direkt auf die Konstruktion und den umgebenden Knochen.
| Komplikation | Wo sie auftritt |
|---|---|
| Lockerung der Abutmentschraube | Die häufigste technische Komplikation |
| Abplatzungen an der Verblendung | Bei keramisch verblendeten Konstruktionen |
| Fraktur von Schraube oder Abutment | Bei anhaltender Überlastung |
| Marginaler Knochenabbau | Als Folge fortgesetzter Überbelastung diskutiert |
- Zahl und Verteilung der Implantate — mehr Pfeiler verteilen die Kraft
- Durchmesser und Länge — größere Dimensionen bieten mehr Widerstand
- Art der Verbindung zur Suprakonstruktion — eine verschraubte Versorgung lässt sich bei einer Schraubenlockerung wieder anziehen, eine zementierte nicht ohne Weiteres
Der dritte Punkt wird unterschätzt. Bei einem Patienten, bei dem eine Schraubenlockerung wahrscheinlich ist, macht die Zugänglichkeit den praktischen Unterschied — die Einzelheiten stehen in der Lektion zur Entscheidung zwischen verschraubt und zementiert.
Welchen Stellenwert die Schiene hat
Eine Okklusionsschiene schützt die Konstruktion vor den nächtlichen Kräften und ist bei diesen Patienten fester Bestandteil der Planung. Was sie nicht leistet: den Bruxismus beenden. Die Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung des Bruxismus ordnet die Schienentherapie als schützende, nicht als kausale Maßnahme ein.
Die Schiene gehört vor die implantatprothetische Versorgung — angefertigt, eingegliedert und eingewöhnt. Ein Patient, der sie erst nach der Versorgung bekommt und sich nicht daran gewöhnt, hat sie im entscheidenden Zeitraum nicht getragen. Und eine Schiene, die auf eine noch nicht vorhandene Konstruktion angefertigt wurde, passt danach nicht mehr — die zeitliche Abstimmung gehört in die Planung.
Ebenso gehört benannt, dass die Schiene dauerhaft getragen werden muss — und dass sie regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls erneuert wird.
Drei Fragen
Bei einem 52-Jährigen mit bestätigtem Bruxismus ist ein Implantat geplant. Welche Aussage trifft nicht zu?
Was lässt sich bei Bruxismus planerisch anpassen?
Was leistet die Okklusionsschiene?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- S3-Leitlinie „Diagnostik und Behandlung von Bruxismus“, AWMF-Registernummer 083-027, Stand Mai 2019, AWMF-Register-Nr. 083-027, federführend DGFDT und DGZMK.Deckt ab: Diagnostik des Bruxismus, Einordnung als Risikofaktor und Stellenwert der Schienentherapie
- S3-Leitlinie „Die Behandlung periimplantärer Infektionen an Zahnimplantaten“, AWMF-Registernummer 083-023, Stand Dezember 2022, federführend DGI und DGZMK.Deckt ab: Überlastung als Faktor in der Bewertung periimplantärer Veränderungen
- Bürgerliches Gesetzbuch §§ 630a bis 630f — Behandlungsvertrag, Aufklärung über Alternativen und Risiken sowie Dokumentation.Deckt ab: Aufklärung über das erhöhte Komplikationsrisiko und deren Dokumentation
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