Das Abutment — Auswahl und Material
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Das Verbindungsstück zwischen Implantat und Krone — und die Stelle, an der mehrere Entscheidungen zusammenlaufen, die sich später nur mit Aufwand korrigieren lassen.
Die Entscheidung vor der Krone
Die Frage klingt technisch und ist eine ästhetische, eine funktionelle und eine biologische zugleich.
Was das Abutment leistet
| Aufgabe | Was davon abhängt |
|---|---|
| Verbindung | Die Krone wird darauf befestigt oder damit verschraubt |
| Durchtritt | Es formt den Übergang durch die Weichgewebsmanschette |
| Achsausgleich | Es korrigiert eine ungünstige Implantatachse in Grenzen |
Der dritte Punkt hat eine Grenze: Ein Abutment kann eine Achsabweichung ausgleichen, aber nicht beliebig. Was bei der Implantatsetzung schiefgelaufen ist, lässt sich prothetisch nur teilweise retten — und die Belastung wird dabei ungünstiger.
| Konfektioniert | Individuell | |
|---|---|---|
| Form | Vorgegeben | An das Emergenzprofil angepasst |
| Aufwand und Kosten | Geringer | Höher |
| Achsausgleich | Begrenzt, in Standardwinkeln | Frei gestaltbar |
| Geeignet für | Seitenzahnbereich, günstige Achse | Sichtbarer Bereich, ungünstige Achse, dünnes Gewebe |
Zirkoniumdioxid ist zahnfarben und löst dieses Problem. Es ist mechanisch weniger nachgiebig, und die direkte Verbindung mit dem Implantat wird kritisch diskutiert — die Kombination aus Zirkon und Titan an der Verbindungsfläche kann zu Verschleiß führen.
Hybridabutments verbinden beides: eine Titanbasis an der Implantatverbindung, darauf ein individualisierter Zirkonanteil. Das ist im sichtbaren Bereich der verbreitete Kompromiss.
Warum der Wechsel selbst etwas kostet
Jedes Abschrauben und Wiederaufsetzen eines Abutments löst die Anheftung der Weichgewebsmanschette an dessen Oberfläche. Sie muss sich neu bilden — und dabei kann sich das Attachment jedes Mal etwas weiter nach apikal verlagern.
Daraus folgt ein Vorgehen, das darauf abzielt, das definitive Abutment möglichst früh aufzusetzen und nicht mehr zu entfernen. Die Krone wird dann darauf zementiert oder verschraubt, ohne dass die Verbindung zum Implantat nochmals gelöst wird.
| Vorgehen | Erwägung |
|---|---|
| Mehrfacher Wechsel | Flexibler im Ablauf, belastet die Manschette wiederholt |
| Einmaliges Aufsetzen | Schont die Anheftung, erfordert frühere Festlegung |
Die Verbindungsgeometrien der Systeme sind nicht austauschbar. Systemfremde Komponenten mögen mechanisch passen — für die Präzision der Passung, die Dichtigkeit der Verbindung und die Haftung im Schadensfall gilt das nicht. Die Herstellerangaben sind hier die maßgebliche Quelle, und zwar auch dann, wenn eine Alternative günstiger ist.
Systematische Auswertungen beschreiben dazu einen günstigen Effekt auf den marginalen Knochenverlauf. Ob und wie stark er klinisch ins Gewicht fällt, wird unterschiedlich bewertet — als Konzept ist es in vielen Systemen umgesetzt.
Drei Fragen
Bei einem Implantat regio 21 mit dünnem Weichgewebe steht die Abutmentwahl an. Welche Aussage trifft nicht zu?
Welche Aussagen zum Abutmentwechsel treffen zu?
Was ist der Gedanke hinter dem Platform Switching?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Vechiato-Filho AJ, Pesqueira AA, De Souza GM et al.: Are zirconia implant abutments safe and predictable in posterior regions? A systematic review and meta-analysis. International Journal of Prosthodontics 2016; 29(3): 233–244 — Vergleich von Zirkondioxid- und Titanabutments nach Erfolgsrate und Knochenverlust. DOIDeckt ab: Abutmentmaterialien, konfektionierte und individuelle Ausführungen sowie das Konzept des einmaligen Abutmentanschlusses
- Atieh MA, Ibrahim HM, Atieh AH: Platform switching for marginal bone preservation around dental implants – a systematic review and meta-analysis. Journal of Periodontology 2010; 81(10): 1350–1366 — Einfluss des Platform Switching auf den marginalen Knochenverlust. DOIDeckt ab: Einfluss der Durchmesserreduktion an der Implantat-Abutment-Verbindung auf den marginalen Knochenverlauf
- Gebrauchsanweisung und prothetisches Handbuch des verwendeten Implantatsystems Sie sind für Komponentenauswahl, Verbindungsgeometrie, Anzugsdrehmomente und Kompatibilität die maßgebliche Quelle.Deckt ab: Verbindungsgeometrie, Anzugsdrehmomente und Kompatibilität der Komponenten
- Medizinprodukterecht — Anforderungen an die Verwendung von Komponenten und die Verantwortung bei systemfremder Kombination.Deckt ab: Verantwortung bei der Verwendung systemfremder Komponenten
- Berglundh T, Armitage G, Araujo MG et al. Peri-implant diseases and conditions: Consensus report of workgroup 4 of the 2017 World Workshop. Journal of Clinical Periodontology 2018; 45 (Suppl 20): S286–S291.Deckt ab: Einordnung des marginalen Knochenumbaus in die Falldefinitionen
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