Füllungstherapie Vertiefung 7 Min

Matrizentechnik und der Approximalkontakt

Schritt 1 ·

Was du danach erklären kannst

Der Kontaktpunkt ist das, was den Patienten stört und was sich hinterher nicht mehr korrigieren lässt. Die Leitlinie nennt für seine Gestaltung eine konkrete Empfehlung.

1Was die Leitlinie empfiehltDrei Komponenten, die zusammengehören.
2Warum die Separierung nötig istDer Matrizenstreifen kostet Platz.
3Wozu der Keil dientZwei Aufgaben, nicht eine.
4Woran ein fehlender Kontakt erkennbar istUnd warum er nicht bleiben darf.
7 MinutenVertiefung3 Selbstcheck-Fragen2 Quellen

„Da bleibt jetzt immer was hängen“

Zwei Wochen nach der FüllungKlasse-II-Füllung an 26. Die Patientin berichtet, dass sich seither ständig Speisereste zwischen den Zähnen sammeln. „Da bleibt jetzt immer was hängen, das war vorher nicht so.“

Der Kontaktpunkt ist zu schwach oder fehlt. Das lässt sich nachträglich nicht aufbauen — die Füllung muss erneuert werden.

Der springende PunktEin fehlender Kontaktpunkt ist kein kosmetisches Problem. Er führt zu Speiseimpaktion, und die schädigt das Parodont an dieser Stelle dauerhaft.

Was die Leitlinie empfiehlt

Für die Formgestaltung von Approximalkontakten bei Klasse-II-Kavitäten sollen anatomisch vorgeformte Teilmatrizen zusammen mit Keil und Ringsystem verwendet werden. Die drei Komponenten gehören zusammen — jede erfüllt eine eigene Aufgabe.

Komponente Aufgabe
Anatomisch vorgeformte Teilmatrize Bildet die Wölbung der Approximalfläche nach
Keil Dichtet zervikal ab und separiert
Ring Separiert die Zähne und presst die Matrize an

Der Matrizenstreifen hat eine Dicke. Wird die Füllung gegen ihn modelliert und der Streifen anschließend entfernt, fehlt genau diese Dicke im Kontaktbereich — der Kontakt ist zu schwach oder offen.

Die Separierung löst das: Die Zähne werden während der Modellation geringfügig auseinandergedrückt. Nach Entfernung von Matrize und Ring federn sie zurück und schließen den Spalt, den der Streifen hinterlassen hat.

Deshalb ist die Kombination aus Ring und Keil entscheidend. Ein Ring ohne Keil dichtet zervikal nicht ab; ein Keil ohne Ring separiert oft nicht ausreichend, besonders bei stabilen Kontaktverhältnissen.

Wozu der Keil dient

Aufgabe Was sie verhindert
Zervikale Abdichtung Überschuss unter dem Kavitätenrand
Separierung Zu schwacher oder fehlender Kontakt
Schutz der Papille Verletzung beim Modellieren

Der Überschuss ist die häufigere Folge eines schlecht sitzenden Keils — und er ist schwerer zu erkennen als ein fehlender Kontakt, weil er unter dem Zahnfleisch liegt. Die Kontrolle erfolgt mit Sonde und, wo möglich, radiologisch.

⚠️ Woran ein fehlender Kontakt erkennbar ist

Am Zahnseidentest: Sie soll mit spürbarem Widerstand durchgleiten. Rutscht sie ohne Widerstand durch, ist der Kontakt zu schwach.

Diese Prüfung erfolgt vor der Ausarbeitung — solange sich noch etwas ändern lässt. Wer erst am Ende prüft, hat die Wahl zwischen einer mangelhaften Füllung und einer Neuanfertigung. Und ein fehlender Kontakt bleibt nicht: Die Speiseimpaktion schädigt das Parodont dauerhaft.

Die Matrize vor dem Adhäsivauftrag anpassen und prüfen. Sitzt sie zervikal nicht dicht, wird das nach dem Ätzen nicht besser.

Bei sehr breiten Kavitäten kann die Modellation in zwei Schritten sinnvoll sein: zuerst die Approximalwand aufbauen und aushärten, damit aus der Klasse II eine Klasse I wird — dann ist der Kontakt gesetzt, und der Rest ist einfacher.

Bei zwei benachbarten Kavitäten wird nacheinander gearbeitet, nicht gleichzeitig. Zwei Matrizen im selben Zwischenraum ergeben keinen Kontakt.

Drei Fragen

Nach einer Klasse-II-Füllung sammeln sich Speisereste im Zwischenraum. Welche Aussage trifft nicht zu?

Die dritte. Ein fehlender Kontaktpunkt ist nachträglich nicht herzustellen — die Füllung muss erneuert werden.Offene FrageWie prüft man ihn rechtzeitig? Mit Zahnseide, vor der Ausarbeitung. Sie soll mit spürbarem Widerstand durchgleiten.

Was empfiehlt die Leitlinie für Klasse-II-Kavitäten?

Drei. Die drei Komponenten gehören zusammen — jede erfüllt eine eigene Aufgabe.Offene FrageWarum reicht keine allein? Ein Ring ohne Keil dichtet zervikal nicht ab; ein Keil ohne Ring separiert bei stabilen Kontaktverhältnissen oft nicht ausreichend.

Warum ist die Separierung nötig?

Die erste. Die Zähne werden während der Modellation auseinandergedrückt und federn nach Entfernung zurück — damit schließt sich der Spalt, den der Streifen hinterlassen hat.Offene FrageWas hilft bei sehr breiten Kavitäten? Die Approximalwand zuerst aufbauen und aushärten. Aus der Klasse II wird eine Klasse I — der Kontakt ist gesetzt, der Rest ist einfacher.

Das, was hängenbleiben soll

Teilmatrize, Keil und Ring gehören zusammen — und der Kontakt wird vor der Ausarbeitung geprüft.

Quellen

  • S3-Leitlinie „Direkte Kompositrestaurationen an bleibenden Zähnen im Front- und Seitenzahnbereich“, AWMF-Register-Nr. 083-028, federführend DGZ und DGZMK, publiziert Mai 2024 — einschließlich der Handlungsempfehlungen zu Trockenlegung, Matrizentechnik, Adhäsivtechnik, Lichtpolymerisation sowie Ausarbeitung und Politur.Deckt ab: Empfehlung zur Verwendung anatomisch vorgeformter Teilmatrizen mit Keil und Ringsystem bei Klasse-II-Kavitäten
  • S3-Leitlinie „Direkte Kompositrestaurationen an bleibenden Zähnen im Front- und Seitenzahnbereich“, AWMF-Registernummer 083-028, Version 2.0, Stand Januar 2024 — Vergleich von Teilmatrizen- und Vollmatrizensystemen hinsichtlich Kontaktpunktqualität und Randgestaltung. AWMFDeckt ab: Vergleich der Matrizensysteme hinsichtlich Kontaktpunktqualität und Randgestaltung

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