Ausarbeitung, Politur und Okklusionskontrolle
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Der Arbeitsschritt, der als Erstes gekürzt wird, wenn die Zeit knapp ist — und der über Verfärbung, Plaqueanlagerung und Beschwerden entscheidet.
„Die Füllung ist so rau“
Beides deutet auf denselben Punkt: Die Ausarbeitung war unvollständig. Das lässt sich nachholen — und es ist besser, es jetzt zu tun als in einem Jahr die Füllung zu erneuern.
Was die Politur bewirkt
| Wirkung | Warum |
|---|---|
| Weniger Plaqueanlagerung | Glatte Oberflächen bieten weniger Retention |
| Weniger Verfärbung | Farbstoffe lagern sich in Unebenheiten ein |
| Bessere Randqualität über die Zeit | Rauigkeit am Rand beschleunigt den Abbau |
Dazu kommt der unmittelbare Effekt: Eine glatte Füllung fühlt sich für die Patientin richtig an. Eine raue Stelle wird mit der Zunge gesucht und als Fremdkörper wahrgenommen — auch wenn sie funktionell unbedeutend ist.
2. Form und Okklusion kontrollieren. Mit Okklusionsfolie, in statischer und dynamischer Okklusion.
3. Feinere Instrumente, dann Politursysteme. Von grob nach fein, ohne einen Schritt zu überspringen.
4. Approximalräume separat. Streifen und Zahnseide — dort erreichen die rotierenden Instrumente nicht alles.
5. Abschlusskontrolle. Mit Sonde am Rand, mit Zahnseide approximal.
Warum die Okklusion vor der Politur geprüft wird
Weil sonst poliert wird, was anschließend wieder abgetragen werden muss — und die polierte Oberfläche geht dabei verloren.
| Was geprüft wird | Wie |
|---|---|
| Statische Okklusion | Zusammenbeißen, Kontakte vergleichen mit den Nachbarzähnen |
| Dynamische Okklusion | Seitwärts- und Vorwärtsbewegungen |
| Rückmeldung der Patientin | Erst nach Abklingen der Anästhesie zuverlässig |
Unter Anästhesie ist die Rückmeldung der Patientin unzuverlässig — die Propriozeption ist beeinträchtigt. Wer sich darauf verlässt, entlässt möglicherweise eine zu hohe Füllung.
Deshalb: mit der Okklusionsfolie prüfen, nicht nur fragen. Und der Patientin sagen, dass sie sich melden soll, wenn es nach Abklingen der Anästhesie stört. Eine zu hohe Füllung verursacht Beschwerden beim Kauen und kann zu einer traumatischen Belastung führen.
Ein Überschuss wird entfernt. Eine Unterkonturierung lässt sich nicht mehr korrigieren — sie ist der Grund, warum bei der Ausarbeitung mit feinen Instrumenten und wenig Druck gearbeitet wird.
Approximal ist die Sonde nicht überall zugänglich. Dort prüft die Zahnseide: Sie soll mit Widerstand durchgleiten, ohne einzureißen oder hängenzubleiben. Reißt sie ein, ist ein Überschuss oder eine scharfe Kante vorhanden.
Drei Fragen
Eine Patientin klagt am Tag nach der Füllung über eine raue Oberfläche. Welche Aussage trifft nicht zu?
Warum wird die Okklusion vor der Politur geprüft?
Was prüfst du am Füllungsrand?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- S3-Leitlinie „Direkte Kompositrestaurationen an bleibenden Zähnen im Front- und Seitenzahnbereich“, AWMF-Register-Nr. 083-028, federführend DGZ und DGZMK, publiziert Mai 2024 — einschließlich der Handlungsempfehlungen zu Trockenlegung, Matrizentechnik, Adhäsivtechnik, Lichtpolymerisation sowie Ausarbeitung und Politur.Deckt ab: Empfehlungen zu Ausarbeitung und Politur direkter Kompositrestaurationen
- S3-Leitlinie „Direkte Kompositrestaurationen an bleibenden Zähnen im Front- und Seitenzahnbereich“, AWMF-Registernummer 083-028, Version 2.0, Stand Januar 2024 — Einfluss der Oberflächenqualität auf Verfärbung, Plaqueakkumulation und Randqualität. AWMFDeckt ab: Einfluss der Oberflächenqualität auf Verfärbung, Plaqueakkumulation und Randqualität
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