Der MB2 am Oberkiefermolaren
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Der MB2 ist da — in etwa sieben von zehn ersten Oberkiefermolaren. Ob du ihn findest, hängt weniger vom Zahn ab als davon, womit du suchst.
Drei Kanäle, und jetzt?
Die Wahrscheinlichkeit, dass an diesem Zahn vier Kanäle vorliegen, ist deutlich höher als die, dass es drei sind. Nicht zu sehen und nicht vorhanden ist nicht dasselbe.
Die Zahlen
Die Metaanalyse der CBCT-Prävalenzstudien kommt für den ersten Oberkiefermolaren auf 69,6 Prozent (Konfidenzintervall 64,5 bis 74,8) und für den zweiten auf 39,0 Prozent. Männer haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, und die geografische Herkunft beeinflusst die Häufigkeit. Alter und Auflösung der Aufnahme tun das nicht.
Entscheidender für den Alltag ist die zweite Zahl. Eine Metaanalyse zur Detektion zeigt, wie stark die Auffindequote vom Vorgehen abhängt: bloße direkte Inspektion 26,5 Prozent, Inspektion mit Vergrößerung 60,4 Prozent, mit zusätzlicher Ultraschallanwendung 71,9 Prozent. Zum Vergleich die Häufigkeit in der Bildgebung: 64,8 Prozent.
Systematisch suchen
| Hilfsmittel | Was es beiträgt |
|---|---|
| Vergrößerung | Der größte Einzeleffekt auf die Auffindequote |
| Abgewinkelte Sonde | Ertasten der Eingangsdelle im Dentinvorsprung |
| Ultraschall | Gezieltes Abtragen der Auflagerung ohne unkontrollierten Substanzverlust |
| Anfärbung | Macht Kanaleingänge und Isthmen sichtbar |
| Zusätzliche Projektion | Zeigt, ob eine zweite Wurzelkanalstruktur angelegt ist |
Nicht bei der Perforation. Wer immer tiefer nach mesial geht, riskiert eine Perforation in den Furkationsbereich — und die ist prognostisch schlechter als ein nicht gefundener Kanal. Findest du ihn nach systematischer Suche nicht, dokumentierst du Suchtiefe, Hilfsmittel und Befund und klärst über das erhöhte Rezidivrisiko auf.
Drei Fragen
Welche Aussage zum MB2 am ersten Oberkiefermolaren trifft nicht zu?
Welche Maßnahmen erhöhen die Auffindequote nachweislich?
Du hast systematisch mit Vergrößerung und Ultraschall gesucht und keinen MB2 gefunden. Was folgt?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Martins JNR, Marques D, Silva EJNL, Caramês J, Mata A, Versiani MA. Second mesiobuccal root canal in maxillary molars — a systematic review and meta-analysis of prevalence studies using cone beam computed tomography. Archives of Oral Biology 2020; 113: 104589.Deckt ab: Häufigkeit des MB2 an Oberkiefermolaren, Einfluss von Geschlecht und geografischer Herkunft
- Anirudhan S, Suneelkumar C, Uppalapati H, Anumula L, Kirubakaran R. Detection of second mesiobuccal canals in maxillary first molars — a systematic review and meta-analysis. Evidence-Based Dentistry 2022.Deckt ab: Auffindequote in Abhängigkeit vom Vorgehen: bloße Inspektion, Vergrößerung, Ultraschall
- Patel S, Brown J, Semper M, Abella F, Mannocci F. ESE position statement: use of cone beam computed tomography in endodontics. International Endodontic Journal 2019; 52: 1675–1678.Deckt ab: Stellenwert der dreidimensionalen Bildgebung bei unklarer Kanalanatomie
- Duncan HF, Kirkevang LL, Peters OA et al. Treatment of pulpal and apical disease: the European Society of Endodontology (ESE) S3-level clinical practice guideline. International Endodontic Journal 2023.Deckt ab: Folgen unvollständiger Aufbereitung für das Behandlungsergebnis und Dokumentationsanforderungen
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