Chirurgie Vertiefung 6 Min

Wurzel in die Kieferhöhle verlagert

Schritt 1 ·

Was du danach erklären kannst

Eine Regel ohne Ausnahme — und ein Protokoll für die Minuten danach, das über den weiteren Verlauf entscheidet.

1Warum kein eigener BergungsversuchDrei Gründe.
2Was du sofort tustFünf Schritte.
3Was du auf keinen Fall tustVier Dinge, die es schlimmer machen.
4Wie du es dem Patienten sagstSofort und vollständig.
6 MinutenVertiefung3 Selbstcheck-Fragen3 Quellen

„Ich sehe die Wurzel im Sinus“

Während der Extraktion56 Jahre, Extraktion 27. Nach einer Wurzelfraktur ist die palatinale Wurzel nicht auffindbar, die Alveole erscheint ungewöhnlich tief. Die Kontrollaufnahme zeigt die Wurzel in der Kieferhöhle. „Ich sehe die Wurzel im Röntgen im Sinus. Was tue ich jetzt?“

Nicht danach greifen. Das ist die Regel, und sie gilt ohne Ausnahme.

Der springende PunktJeder Bergungsversuch von der Alveole aus verschlechtert die Lage. Was jetzt ein überschaubarer Eingriff für eine spezialisierte Einrichtung ist, wird durch Eigenversuche zu einem größeren.

Warum kein eigener Bergungsversuch

Grund Folge des Versuchs
Keine Sicht in die Kieferhöhle Blindes Instrumentieren
Das Fragment lässt sich verschieben Es wandert weiter, oft nach hinten
Die Verbindung wird vergrößert Aus einem kleinen Defekt wird ein großer
Die Schleimhaut wird verletzt Blutung, schlechtere Sicht, Entzündung

Die zweite Zeile ist die folgenreichste. Ein Fragment, das nahe der Alveole liegt, wäre endoskopisch gut erreichbar. Nach zwei Versuchen mit Sauger und Instrument liegt es möglicherweise im hinteren Anteil der Kieferhöhle — und der Eingriff wird deutlich aufwendiger.

1. Die Aufnahme sichern. Sie dokumentiert Lage und Größe und geht mit zur Überweisung.

2. Die Alveole abdecken. Mit einem resorbierbaren Material und Naht — die Verbindung wird versorgt, unabhängig davon, dass die Wurzel noch drin ist.

3. Antibiotische Behandlung beginnen. Mit einer Substanz, die die Sinusflora erfasst.

4. Abschwellende Nasentherapie. Wie bei jeder Mund-Antrum-Verbindung.

5. Überweisung mit vereinbartem Termin. Zeitnah, in eine mund-kiefer-gesichtschirurgische oder hals-nasen-ohren-ärztliche Einrichtung — mit Aufnahme und Verlaufsbeschreibung.

Die Bergung erfolgt dort in aller Regel endoskopisch unter Sicht — ein etabliertes Verfahren mit guten Ergebnissen, das genau die Voraussetzung hat, die in der Alveole fehlt.

Was du auf keinen Fall tust

Nicht tun Warum
Blind in die Alveole instrumentieren Das Fragment wandert
In Richtung Sinus absaugen Ebenso — und die Schleimhaut wird angesaugt
Spülen, um die Wurzel herauszuschwemmen Sie wandert, und Spülflüssigkeit gelangt in den Sinus
Abwarten und beim nächsten Termin sehen Das Fragment bleibt ein Fremdkörper
⚠️ Wie du es dem Patienten sagst

Sofort, vollständig und ohne Beschönigung: dass ein Wurzelteil in die Kieferhöhle gelangt ist, dass es dort nicht bleiben kann, dass die Entfernung in einer spezialisierten Einrichtung erfolgt und dass das ein etablierter, in der Regel unkomplizierter Eingriff ist.

Was das Vertrauen zerstört, ist nicht die Komplikation — sie kommt vor —, sondern das Verschweigen. Ein Patient, der es beim Chirurgen erfährt, hat zwei Probleme statt einem.

Und in der Dokumentation: Verlauf, Zeitpunkt, ergriffene Maßnahmen, Inhalt des Gesprächs. Das ist bei einer Komplikation wichtiger als sonst.

Drei Fragen

Eine Wurzel ist in die Kieferhöhle verlagert worden. Welche Aussage trifft nicht zu?

Die dritte. Das Absaugen verschiebt das Fragment und saugt die Schleimhaut an.Offene FrageWas ist die folgenreichste Konsequenz eines Versuchs? Das Fragment wandert — oft nach hinten. Was endoskopisch gut erreichbar wäre, liegt danach im hinteren Anteil.

Was tust du sofort?

Drei. Die Bergung erfolgt in der spezialisierten Einrichtung endoskopisch unter Sicht.Offene FrageWarum ist das dort einfacher? Weil genau die Voraussetzung gegeben ist, die in der Alveole fehlt — die Sicht auf das Fragment.

Wie sagst du es dem Patienten?

Drei. Was das Vertrauen zerstört, ist nicht die Komplikation — sie kommt vor —, sondern das Verschweigen.Offene FrageWas passiert sonst? Ein Patient, der es beim Chirurgen erfährt, hat zwei Probleme statt einem.

Das, was hängenbleiben soll

Nicht greifen, nicht saugen, nicht spülen — abdecken, abdecken lassen, überweisen.

Quellen

  • Oliva S, Lorusso F, Scarano A, D’Amario M, Murmura G: The Treatment and Management of Oroantral Communications and Fistulas. Dentistry Journal 2024; 12(5): 147, sowie Dipalma G et al.: Management of Oro-Antral Communication. Diagnostics 2025; 15(2): 194 — Diagnostik, Bergungsverfahren und Komplikationen unsachgemäßer Bergungsversuche. DOIDeckt ab: Diagnostik, Bergungsverfahren und die Komplikationen unsachgemäßer Bergungsversuche
  • Oliva S, Lorusso F, Scarano A, D’Amario M, Murmura G: The Treatment and Management of Oroantral Communications and Fistulas. Dentistry Journal 2024; 12(5): 147, sowie Dipalma G et al.: Management of Oro-Antral Communication. Diagnostics 2025; 15(2): 194 — Diagnostik, Bewertung des Nasenblasversuchs, Verschlussverfahren nach Defektgröße und Nachsorge. DOIDeckt ab: Versorgung der Mund-Antrum-Verbindung
  • Bürgerliches Gesetzbuch § 630f und § 630c Absatz 2 — Dokumentationspflicht sowie die Informationspflicht bei erkennbaren Behandlungsfehlern.Deckt ab: Informationspflicht bei erkennbaren Behandlungsfehlern und die Dokumentation

Melde dich an, damit dein Fortschritt gespeichert wird.