Wurzel in die Kieferhöhle verlagert
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Eine Regel ohne Ausnahme — und ein Protokoll für die Minuten danach, das über den weiteren Verlauf entscheidet.
„Ich sehe die Wurzel im Sinus“
Nicht danach greifen. Das ist die Regel, und sie gilt ohne Ausnahme.
Warum kein eigener Bergungsversuch
| Grund | Folge des Versuchs |
|---|---|
| Keine Sicht in die Kieferhöhle | Blindes Instrumentieren |
| Das Fragment lässt sich verschieben | Es wandert weiter, oft nach hinten |
| Die Verbindung wird vergrößert | Aus einem kleinen Defekt wird ein großer |
| Die Schleimhaut wird verletzt | Blutung, schlechtere Sicht, Entzündung |
Die zweite Zeile ist die folgenreichste. Ein Fragment, das nahe der Alveole liegt, wäre endoskopisch gut erreichbar. Nach zwei Versuchen mit Sauger und Instrument liegt es möglicherweise im hinteren Anteil der Kieferhöhle — und der Eingriff wird deutlich aufwendiger.
2. Die Alveole abdecken. Mit einem resorbierbaren Material und Naht — die Verbindung wird versorgt, unabhängig davon, dass die Wurzel noch drin ist.
3. Antibiotische Behandlung beginnen. Mit einer Substanz, die die Sinusflora erfasst.
4. Abschwellende Nasentherapie. Wie bei jeder Mund-Antrum-Verbindung.
5. Überweisung mit vereinbartem Termin. Zeitnah, in eine mund-kiefer-gesichtschirurgische oder hals-nasen-ohren-ärztliche Einrichtung — mit Aufnahme und Verlaufsbeschreibung.
Die Bergung erfolgt dort in aller Regel endoskopisch unter Sicht — ein etabliertes Verfahren mit guten Ergebnissen, das genau die Voraussetzung hat, die in der Alveole fehlt.
Was du auf keinen Fall tust
| Nicht tun | Warum |
|---|---|
| Blind in die Alveole instrumentieren | Das Fragment wandert |
| In Richtung Sinus absaugen | Ebenso — und die Schleimhaut wird angesaugt |
| Spülen, um die Wurzel herauszuschwemmen | Sie wandert, und Spülflüssigkeit gelangt in den Sinus |
| Abwarten und beim nächsten Termin sehen | Das Fragment bleibt ein Fremdkörper |
Sofort, vollständig und ohne Beschönigung: dass ein Wurzelteil in die Kieferhöhle gelangt ist, dass es dort nicht bleiben kann, dass die Entfernung in einer spezialisierten Einrichtung erfolgt und dass das ein etablierter, in der Regel unkomplizierter Eingriff ist.
Was das Vertrauen zerstört, ist nicht die Komplikation — sie kommt vor —, sondern das Verschweigen. Ein Patient, der es beim Chirurgen erfährt, hat zwei Probleme statt einem.
Und in der Dokumentation: Verlauf, Zeitpunkt, ergriffene Maßnahmen, Inhalt des Gesprächs. Das ist bei einer Komplikation wichtiger als sonst.
Drei Fragen
Eine Wurzel ist in die Kieferhöhle verlagert worden. Welche Aussage trifft nicht zu?
Was tust du sofort?
Wie sagst du es dem Patienten?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Oliva S, Lorusso F, Scarano A, D’Amario M, Murmura G: The Treatment and Management of Oroantral Communications and Fistulas. Dentistry Journal 2024; 12(5): 147, sowie Dipalma G et al.: Management of Oro-Antral Communication. Diagnostics 2025; 15(2): 194 — Diagnostik, Bergungsverfahren und Komplikationen unsachgemäßer Bergungsversuche. DOIDeckt ab: Diagnostik, Bergungsverfahren und die Komplikationen unsachgemäßer Bergungsversuche
- Oliva S, Lorusso F, Scarano A, D’Amario M, Murmura G: The Treatment and Management of Oroantral Communications and Fistulas. Dentistry Journal 2024; 12(5): 147, sowie Dipalma G et al.: Management of Oro-Antral Communication. Diagnostics 2025; 15(2): 194 — Diagnostik, Bewertung des Nasenblasversuchs, Verschlussverfahren nach Defektgröße und Nachsorge. DOIDeckt ab: Versorgung der Mund-Antrum-Verbindung
- Bürgerliches Gesetzbuch § 630f und § 630c Absatz 2 — Dokumentationspflicht sowie die Informationspflicht bei erkennbaren Behandlungsfehlern.Deckt ab: Informationspflicht bei erkennbaren Behandlungsfehlern und die Dokumentation
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