Präprothetische Chirurgie
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Eingriffe, die vor der prothetischen Versorgung stehen und in der Prothetik vorausgesetzt werden — mit einer Regel zum Zeitpunkt.
„Da drückt es immer“
Man kann — und in diesem Fall sollte man auch. Was vorher feststehen muss, ist die geplante Versorgung.
Welche Eingriffe dazugehören
| Eingriff | Ziel |
|---|---|
| Alveolarkammglättung | Scharfe Grate und Kanten beseitigen |
| Exostosenabtragung | Störende Knochenvorsprünge entfernen |
| Vestibulumplastik | Die Prothesenbasis vergrößern |
| Bändchen- und Schleimhautkorrektur | Zugbelastung am Prothesenrand beseitigen |
Dazu kommt die Entfernung von Wurzelresten und verbliebenen Fragmenten, die unter einer Prothese Beschwerden verursachen können — auch wenn sie zuvor reaktionslos lagen.
Wie lange gewartet wird, hängt vom Umfang ab. Bei einer kleinen Glättung ist der Zeitraum kurz, bei einer Vestibulumplastik deutlich länger. Der Zeitpunkt gehört mit der prothetisch behandelnden Praxis abgestimmt.
Und noch ein Punkt zum Zeitpunkt: Wenn ohnehin Extraktionen anstehen, werden die Korrekturen in derselben Sitzung vorgenommen. Der Zugang ist dann bereits geschaffen, und dem Patienten bleibt ein zweiter Eingriff erspart.
Was zurückhaltend zu bewerten ist
| Beobachtung | Konsequenz |
|---|---|
| Nicht jede Exostose stört | Nur die, die im Prothesenlager liegt |
| Knochen wächst nicht nach | Was abgetragen wird, fehlt dauerhaft |
| Der Kamm resorbiert ohnehin | Zusätzlicher Abtrag beschleunigt den Verlust |
| Manches lässt sich prothetisch lösen | Aussparung, Weichbleibende Unterfütterung |
Der zahnlose Kiefer verliert über die Jahre ohnehin an Knochen. Jeder chirurgische Abtrag kommt dazu — und was heute die Prothese verbessert, kann in zehn Jahren die Grundlage für ihren Halt kosten.
Die Frage lautet deshalb nicht „was ließe sich glätten“, sondern „was stört tatsächlich“. Und die Antwort darauf gibt die prothetische Planung, nicht der Tastbefund.
Wo die Prothesenränder verlaufen werden. Ein Knochenvorsprung außerhalb des Prothesenlagers braucht keine Korrektur.
Ob eine Implantation vorgesehen ist. Dann ist der Knochen an dieser Stelle möglicherweise wertvoll — und ein Abtrag wäre kontraproduktiv.
Diese Abstimmung erspart Eingriffe, die niemandem nützen.
Drei Fragen
Vor einer prothetischen Versorgung soll der Alveolarkamm korrigiert werden. Welche Aussage trifft nicht zu?
Was gehört zur präprothetischen Chirurgie?
Warum ist die geplante Versorgung entscheidend?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Schwenzer N, Ehrenfeld M (Hrsg.): Zahnärztliche Chirurgie. Reihe Zahn-Mund-Kiefer-Heilkunde, 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2009. ISBN 978-3-13-159094-7 — Alveolarkammkorrektur, Exostosenabtragung, Vestibulumplastik und deren Indikationen.Deckt ab: Indikationen und Techniken der präprothetischen Chirurgie
- Bürgerliches Gesetzbuch § 630e — Aufklärungspflichten einschließlich der Behandlungsalternativen.Deckt ab: Aufklärung über den Eingriff im Rahmen der prothetischen Gesamtplanung
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