Füllungstherapie Vertiefung 6 Min

Ausarbeitung, Politur und Okklusionskontrolle

Schritt 1 ·

Was du danach erklären kannst

Der Arbeitsschritt, der als Erstes gekürzt wird, wenn die Zeit knapp ist — und der über Verfärbung, Plaqueanlagerung und Beschwerden entscheidet.

1Was die Politur bewirktDrei Dinge, alle langfristig.
2In welcher Reihenfolge gearbeitet wirdGrob nach fein, und die Okklusion dazwischen.
3Warum die Okklusion vor der Politur geprüft wirdSonst poliert man, was weg muss.
4Was am Rand geprüft wirdDer Übergang, den man fühlt.
6 MinutenVertiefung3 Selbstcheck-Fragen2 Quellen

„Die Füllung ist so rau“

Am Tag nach der BehandlungKompositfüllung an 46. Die Patientin ruft an. „Die Füllung fühlt sich rau an und mit der Zahnseide bleibe ich hängen.“

Beides deutet auf denselben Punkt: Die Ausarbeitung war unvollständig. Das lässt sich nachholen — und es ist besser, es jetzt zu tun als in einem Jahr die Füllung zu erneuern.

Der springende PunktEine raue Oberfläche lagert mehr Plaque an, verfärbt sich schneller und beschleunigt den Abbau am Rand. Der Aufwand am Ende der Sitzung ist eine Investition in die Lebensdauer.

Was die Politur bewirkt

Wirkung Warum
Weniger Plaqueanlagerung Glatte Oberflächen bieten weniger Retention
Weniger Verfärbung Farbstoffe lagern sich in Unebenheiten ein
Bessere Randqualität über die Zeit Rauigkeit am Rand beschleunigt den Abbau

Dazu kommt der unmittelbare Effekt: Eine glatte Füllung fühlt sich für die Patientin richtig an. Eine raue Stelle wird mit der Zunge gesucht und als Fremdkörper wahrgenommen — auch wenn sie funktionell unbedeutend ist.

1. Grobe Überschüsse entfernen. Vor allem approximal und zervikal — dort, wo sie am meisten schaden.

2. Form und Okklusion kontrollieren. Mit Okklusionsfolie, in statischer und dynamischer Okklusion.

3. Feinere Instrumente, dann Politursysteme. Von grob nach fein, ohne einen Schritt zu überspringen.

4. Approximalräume separat. Streifen und Zahnseide — dort erreichen die rotierenden Instrumente nicht alles.

5. Abschlusskontrolle. Mit Sonde am Rand, mit Zahnseide approximal.

Warum die Okklusion vor der Politur geprüft wird

Weil sonst poliert wird, was anschließend wieder abgetragen werden muss — und die polierte Oberfläche geht dabei verloren.

Was geprüft wird Wie
Statische Okklusion Zusammenbeißen, Kontakte vergleichen mit den Nachbarzähnen
Dynamische Okklusion Seitwärts- und Vorwärtsbewegungen
Rückmeldung der Patientin Erst nach Abklingen der Anästhesie zuverlässig
⚠️ Der Punkt mit der Anästhesie

Unter Anästhesie ist die Rückmeldung der Patientin unzuverlässig — die Propriozeption ist beeinträchtigt. Wer sich darauf verlässt, entlässt möglicherweise eine zu hohe Füllung.

Deshalb: mit der Okklusionsfolie prüfen, nicht nur fragen. Und der Patientin sagen, dass sie sich melden soll, wenn es nach Abklingen der Anästhesie stört. Eine zu hohe Füllung verursacht Beschwerden beim Kauen und kann zu einer traumatischen Belastung führen.

Der Übergang zwischen Füllung und Zahn — mit der Sonde, von der Füllung zum Zahn und zurück. Fühlt man eine Stufe, ist entweder Überschuss vorhanden oder Substanz abgetragen worden.

Ein Überschuss wird entfernt. Eine Unterkonturierung lässt sich nicht mehr korrigieren — sie ist der Grund, warum bei der Ausarbeitung mit feinen Instrumenten und wenig Druck gearbeitet wird.

Approximal ist die Sonde nicht überall zugänglich. Dort prüft die Zahnseide: Sie soll mit Widerstand durchgleiten, ohne einzureißen oder hängenzubleiben. Reißt sie ein, ist ein Überschuss oder eine scharfe Kante vorhanden.

Drei Fragen

Eine Patientin klagt am Tag nach der Füllung über eine raue Oberfläche. Welche Aussage trifft nicht zu?

Die dritte. Sie führt zu mehr Plaqueanlagerung, schnellerer Verfärbung und einem beschleunigten Abbau am Rand.Offene FrageWarum lohnt sich der Aufwand am Ende der Sitzung? Weil er die Lebensdauer beeinflusst. Es ist besser, jetzt nachzuarbeiten als in einem Jahr die Füllung zu erneuern.

Warum wird die Okklusion vor der Politur geprüft?

Drei. Es geht um die Reihenfolge, nicht um technische Unmöglichkeit.Offene FrageWas ist bei der Okklusionsprüfung unter Anästhesie zu bedenken? Die Rückmeldung der Patientin ist unzuverlässig — die Propriozeption ist beeinträchtigt. Mit der Folie prüfen, nicht nur fragen.

Was prüfst du am Füllungsrand?

Drei. Farbe und Härte sagen an dieser Stelle nichts über die Randqualität.Offene FrageWas lässt sich korrigieren und was nicht? Ein Überschuss wird entfernt. Eine Unterkonturierung nicht — deshalb wird mit feinen Instrumenten und wenig Druck gearbeitet.

Das, was hängenbleiben soll

Erst die Okklusion, dann die Politur — und glatt ist mehr als schön.

Quellen

  • S3-Leitlinie „Direkte Kompositrestaurationen an bleibenden Zähnen im Front- und Seitenzahnbereich“, AWMF-Register-Nr. 083-028, federführend DGZ und DGZMK, publiziert Mai 2024 — einschließlich der Handlungsempfehlungen zu Trockenlegung, Matrizentechnik, Adhäsivtechnik, Lichtpolymerisation sowie Ausarbeitung und Politur.Deckt ab: Empfehlungen zu Ausarbeitung und Politur direkter Kompositrestaurationen
  • S3-Leitlinie „Direkte Kompositrestaurationen an bleibenden Zähnen im Front- und Seitenzahnbereich“, AWMF-Registernummer 083-028, Version 2.0, Stand Januar 2024 — Einfluss der Oberflächenqualität auf Verfärbung, Plaqueakkumulation und Randqualität. AWMFDeckt ab: Einfluss der Oberflächenqualität auf Verfärbung, Plaqueakkumulation und Randqualität

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