Periimplantitis — chirurgisch oder explantieren
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Die schwierigste Entscheidung dieses Fachgebiets — und eine, bei der die ehrliche Erfolgsangabe der Patientin mehr hilft als der Erhaltungsversuch um jeden Preis.
„Muss das Implantat wirklich raus?“
Ja. Bei beginnender Beweglichkeit ist die Entscheidung nicht mehr offen — und weiteres Zuwarten kostet nur Knochen, der später gebraucht wird.
Woran der Erhalt scheitert
| Befund | Bedeutung |
|---|---|
| Implantat beweglich | Osseointegration verloren — keine Diskussion mehr |
| Kein tragfähiger Knochen mehr | Auch ein Eingriff hätte kein Fundament |
| Therapierefraktäre Infektion | Trotz durchgeführter Therapie kein Stillstand |
| Implantat nicht sinnvoll versorgbar | Etwa bei ungünstiger Position nach Knochenverlust |
Das heißt: Der Eingriff lohnt sich, wenn die Voraussetzungen stimmen. Er ist aber kein sicherer Weg, und die Patientin sollte das wissen, bevor sie ihm zustimmt. Eine Erfolgsangabe, die sich nicht bestätigt, kostet mehr Vertrauen als eine ehrliche Zahl von Anfang an.
Was bei der Explantation zu bedenken ist
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Entfernung | So knochenschonend wie möglich — der Defekt bestimmt die Reimplantation |
| Granulationsgewebe | Vollständig entfernen |
| Defektbeurteilung | Ausdehnung und Wandigkeit bestimmen das weitere Vorgehen |
| Bei aktiver Infektion | Kein simultanes Augmentat — erst ausheilen lassen |
| Bei sauberen Verhältnissen | Simultane Augmentation möglich |
Die Entscheidung über ein simultanes Augmentat hängt am Infektionsstatus. Ein Augmentat in einem infizierten Lager heilt nicht ein — und dann ist die Ausgangslage für den zweiten Anlauf schlechter als vorher.
Die Entscheidung klar benennen und begründen: dass weiteres Festhalten mehr schadet als die Entfernung. Nicht als Versagen darstellen — die Periimplantitis ist eine bekannte Spätkomplikation, keine Folge eines Fehlers. Und mit einem Weg nach vorn: Was nach der Ausheilung möglich ist, gehört ins selbe Gespräch, nicht in ein späteres.
Was vorher geklärt gehört: warum das erste Implantat verloren ging. Ein unveränderter Risikofaktor — Rauchen, unzureichende Hygiene, fehlende Nachsorge — gefährdet das zweite genauso. Diese Klärung ist die Bedingung, nicht die Formalität.
Drei Fragen
Ein Implantat ist nach erfolgloser chirurgischer Therapie beginnend beweglich. Welche Aussage trifft nicht zu?
Welche Aussagen zur chirurgischen Therapie treffen zu?
Wann wird bei der Explantation nicht simultan augmentiert?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Herrera D, Berglundh T, Schwarz F, Chapple I, Jepsen S, Sculean A, Kebschull M, Papapanou PN, Tonetti MS, Sanz M. Prevention and treatment of peri-implant diseases — The EFP S3 level clinical practice guideline. Journal of Clinical Periodontology 2023; 50 (Suppl 26): 4–76.Deckt ab: chirurgische Behandlung der Periimplantitis, Bewertung adjuvanter systemischer und lokaler Antibiotika sowie der Verfahren zur Oberflächendekontamination
- Herrera D, Berglundh T, Schwarz F et al.: Prevention and treatment of peri-implant diseases – the EFP S3 level clinical practice guideline. Journal of Clinical Periodontology 2023; 50(Suppl. 26): 4–76 — chirurgische Therapieverfahren bei Periimplantitis und ihre Ergebnisse. DOIDeckt ab: Erfolgsraten nach chirurgischer Therapie über mehrere Jahre
- Shenoy VK, Rodrigues SJ, Mukherjee S, Ramanathan A: Dental implant failure and retrieval techniques – a scoping review. Frontiers in Oral Health 2025; 6: 1667808 — Explantationstechniken und ihre Erfolgsraten. DOIDeckt ab: Indikationen und Verfahren der Explantation sowie das Defektmanagement
- S2k-Leitlinie „Implantationszeitpunkte“, AWMF-Register-Nr. 083-040, Stand Juli 2023. Federführend DGI und DGZMK.Deckt ab: zeitliche Planung einer erneuten Implantation nach Explantation
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