Verschlussschraube nicht auffindbar
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Die Schleimhaut ist über dem Implantat zugewachsen, und nichts ist zu tasten. Was jetzt zählt, ist die Reihenfolge — und ein Dokument, das der Patient hoffentlich dabei hat.
„Da ist gar nichts zu sehen?“
Das ist unauffällig und kommt regelmäßig vor. Der Implantatpass ist dabei die wertvollste Information des Termins.
Warum du nicht blind suchst
Ein Sondieren oder Bohren ohne Lokalisation trifft im ungünstigen Fall die Implantatschulter — und beschädigt die Verbindungsgeometrie, auf die später das Abutment aufgesetzt wird. Ein solcher Schaden ist nicht zu reparieren; er betrifft genau die Präzision, von der die Passung der Suprakonstruktion abhängt.
| Schritt | Inhalt |
|---|---|
| Lokalisieren | Einzelzahnaufnahme — Lage und Tiefe der Implantatschulter |
| System identifizieren | Aus dem Implantatpass: Hersteller, Typ, Durchmesser |
| Komponenten bereitlegen | Passender Schraubendreher und Gingivaformer |
| Freilegen | Erst dann, mit bekanntem Ziel |
Der Pass nennt Hersteller, Implantattyp und Durchmesser. Fehlt er, ist die Röntgenaufnahme ein Anhalt: Viele Systeme haben eine charakteristische Kontur. Sicher ist das nicht — im Zweifel hilft die Anfrage beim Hersteller oder bei der implantierenden Praxis, die das System dokumentiert hat.
Wie die Freilegung abläuft
| Technik | Merkmal |
|---|---|
| Stanzung | Kreisförmige Entfernung über dem Implantat, atraumatisch, meist ohne Naht |
| Inzision mit Lappenbildung | Aufwendiger, dafür lässt sich Weichgewebe gezielt verlagern |
Der Unterschied liegt nicht im Aufwand, sondern im Nebeneffekt. Die Stanzung entfernt Weichgewebe — auch keratinisierte Mukosa, falls davon wenig vorhanden ist. Eine Inzision mit Lappenbildung erlaubt es, vorhandenes Gewebe zu verlagern statt zu entfernen.
Bei knapper keratinisierter Mukosa. Dort ist die Stanzung der bequemere und der schlechtere Weg — sie kostet genau das Gewebe, das später um das Implantat gebraucht wird. Diese Überlegung gehört vor die Freilegung, nicht danach.
Höhe und Durchmesser des Gingivaformers sind damit keine Nebensache: Zu niedrig gewählt, wächst die Schleimhaut wieder darüber. Zu schmal, fehlt später das Volumen für ein natürliches Austrittsprofil.
Drei Fragen
Bei einem Freilegungstermin ist die Schleimhaut vollständig über dem Implantat verheilt. Welche Aussage trifft nicht zu?
Warum ist das Implantatsystem vor der Freilegung zu klären?
Wann ist die Inzision der Stanzung vorzuziehen?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Gebrauchsanweisung und prothetisches Handbuch des verwendeten Implantatsystems Sie sind für Bohrprotokoll, Drehmomentgrenzen, Komponentenkompatibilität und Einheilzeiten die maßgebliche Quelle.Deckt ab: Identifikation des Systems, Kompatibilität der Komponenten und passende Instrumente
- S3-Leitlinie „Indikationen zur implantologischen 3D-Röntgendiagnostik und navigationsgestützten Implantologie“, AWMF-Registernummer 083-011, federführend DGI und DGZMK.Deckt ab: Bildgebung zur Lokalisation des Implantats vor der Freilegung
- S3-Leitlinie „Periimplantäre Weichgewebsaugmentation“, AWMF-Registernummer 083-033, federführend DGI und DGZMK — Indikationen und Verfahren zur Verbesserung der periimplantären Weichgewebssituation.Deckt ab: Weichgewebssituation bei der Freilegung und ihre Gestaltung
- Bürgerliches Gesetzbuch §§ 630c bis 630f — Informations-, Aufklärungs- und Dokumentationspflichten.Deckt ab: Dokumentation von System, verwendeten Komponenten und Vorgehen
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