Rauchen und Implantat
Schritt 1 ·
Was du danach erklären kannst
Der häufigste beeinflussbare Risikofaktor — und der einzige, bei dem der Patient selbst etwas ändern kann, was in wenigen Wochen wirkt.
„Das wird doch kein Problem sein“
Doch, aber ein beeinflussbares. Und genau darin liegt der Unterschied zu den meisten anderen Risikofaktoren.
Zwei Phasen, zwei Mechanismen
| Phase | Was betroffen ist | Mechanismus |
|---|---|---|
| Frühe Phase | Wundheilung und Osseointegration | Vasokonstriktion und verschlechterte Sauerstoffversorgung |
| Langfristig | Periimplantäre Gesundheit | Rauchen gilt als etablierter Risikofaktor für Periimplantitis |
Die europäische Leitlinie zu periimplantären Erkrankungen führt Rauchen unter den Risikofaktoren und sieht die Risikofaktorkontrolle ausdrücklich als Bestandteil von Prävention und Therapie vor. Das ist mehr als ein Nebensatz: Es macht das Ansprechen zur Behandlungsaufgabe, nicht zur persönlichen Meinung.
Die genauen Zeiträume werden unterschiedlich angegeben und sind nicht einheitlich festgelegt. Was sich sagen lässt: Je länger die Pause und je näher am Eingriff, desto günstiger — und ein dauerhafter Rauchstopp wirkt zusätzlich auf die zweite Phase.
Bei starkem Rauchen und zusätzlichen Risikofaktoren verschiebt sich die Abwägung allerdings deutlich. Dann gehört offen benannt, dass die Prognose schlechter ist und dass eine Ablehnung des Eingriffs im Einzelfall vertretbar sein kann.
Wie du es ansprichst
| Statt | Besser |
|---|---|
| „Sie müssen aufhören zu rauchen“ | „Ein Rauchstopp um den Eingriff verbessert die Einheilungschancen“ |
| „Sonst verlieren Sie das Implantat“ | „Das Risiko ist erhöht — und Sie können es selbst beeinflussen“ |
| „Rauchen ist schlecht für Implantate“ | „Es betrifft zwei Phasen: die Einheilung und die Zeit danach“ |
Dass über das erhöhte Risiko aufgeklärt wurde, und was konkret besprochen wurde. Bei einem späteren Frühverlust ist das die Frage, die gestellt wird — und ein Kreuz bei „aufgeklärt“ beantwortet sie nicht. Die empfohlene Rauchpause gehört mit in den Eintrag, ebenso die Reaktion des Patienten.
Drei Fragen
Ein 47-jähriger Raucher wünscht ein Implantat. Welche Aussage trifft nicht zu?
Welche Aussagen zum Rauchen treffen zu?
Wie sprichst du das Thema fachlich sinnvoll an?
Das, was hängenbleiben soll
Quellen
- Herrera D, Berglundh T, Schwarz F et al. Prevention and treatment of peri-implant diseases — The EFP S3 level clinical practice guideline. Journal of Clinical Periodontology 2023; 50 (Suppl 26): 4–76.Deckt ab: Rauchen als Risikofaktor für periimplantäre Erkrankungen und die Bedeutung der Risikofaktorkontrolle
- S3-Leitlinie „Die Behandlung periimplantärer Infektionen an Zahnimplantaten“, AWMF-Registernummer 083-023, Stand Dezember 2022, federführend DGI und DGZMK.Deckt ab: Rauchen in der Risikobewertung periimplantärer Infektionen
- Bürgerliches Gesetzbuch §§ 630a bis 630f — Behandlungsvertrag, Aufklärung über Alternativen und Risiken sowie Dokumentation.Deckt ab: Aufklärung über das erhöhte Risiko und deren Dokumentation
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